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Bausparkasse Schwäbisch Hall meldet Gewinnrückgang und will Stellen streichen

Schwäbisch Hall-Vorstandschef Reinhard Klein rechnet mit weiterem Gewinnrückgang
Bild: Schwäbisch Hall

Die Bausparkasse Schwäbisch Hall verzeichnet für das Jahr 2015 einen Vorsteuergewinn von 341 Millionen Euro. Das sind zehn Prozent weniger als noch 2014. Auch 2016 sei mit einem Gewinnrückgang zu rechnen, so Vorstandschef Reinhard Klein. Man wolle deshalb bis Ende des Jahres 50 bis 80 Millionen Euro einsparen und 200 bis 250 der weltweit 7.300 Stellen streichen.

Das niedrige Zinsniveau macht dem Institut zu schaffen, da ältere Verträge zu höheren Zinsen nach wie vor bedient werden müssen. 1,5 Prozent der insgesamt 8,5 Millionen Bausparverträge müssten mit Zinsen von mehr als drei Prozent bedient werden, so Klein. "Die machen einen zweistelligen Millionenbetrag in der Gewinn- und Verlustrechnung aus."

Wegen der niedrigen Zinsen hatte Schwäbisch Hall wie andere Bausparkassen hochverzinste Altverträge gekündigt, deren Darlehen auch nach zehn Jahren nicht abgerufen wurden. Die Rede ist von etwa 50 000 Verträgen und damit weniger als ein Prozent der Verträge, so Klein.

Wie viele Klagen gegen die Kündigungen laufen, ließ der Schwäbisch-Hall-Chef offen. Bundesweit gingen nach Angaben des Verbandes der Privaten Bausparkassen bisher etwa 1.000 Bausparer wegen gekündigter Altverträge vor Gericht.

Neugeschäft legt zu

Dennoch ist das Interesse am Bausparen ungebrochen. Das Neugeschäft legte 2015 gegenüber dem Vorjahr um 12,8 Prozent auf 35 Milliarden Euro zu. 31,6 Milliarden Euro seien eingelöst worden. Die Sparer wollten sich das aktuell niedrige Zinsniveau für Darlehen in fünf bis 15 Jahren sichern, erklärte Klein das Interesse.

Das Rekordniveau aus dem Jahr 2013 mit 36 Milliarden Euro konnte Schwäbisch Hall damit nicht erreichen. In diesem Jahr soll das Neugeschäft aber wieder über 30 Milliarden Euro liegen.

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