06.08.2012 | IVG Research

Auflösung von Immobilienfonds führt zu Problemen in Teilsegmenten

Bild: Stockdisc

Die Auflösung von elf offenen Immobilienpublikumsfonds wird in bestimmten Teilsegmenten zu deutlichen Problemen führen. Das geht aus dem aktuellen IVG Research LAB hervor.

Im Zuge der Abwicklung der Fonds werden Gewerbeimmobilien im Wert von rund 25,5 Milliarden Euro bis spätestens April 2017 dem Markt wieder zugeführt, davon Objekte mit einem Volumen von etwa 22 Milliarden Euro allein in Europa. So konzentrieren sich laut IVG rund 80 Prozent des europäischen Fonds-Portfolios auf den Bürosektor, der in den letzten vier Jahren lediglich auf durchschnittlich 44 Prozent der gewerblichen Immobilieninvestments in Europa kam. Zudem entfällt in Europa fast die Hälfte der zu liquidierenden Büroimmobilien der Fonds - gemessen an den Verkehrswerten - auf die beiden großen Anlageländer Deutschland und Frankreich. In einigen Märkten Europas ist laut IVG deshalb mit erheblichen Abwärtsrisiken zu rechnen, an anderen Standorten dagegen auch mit ausgeprägten Chancen für Neuinvestments. Die Fokussierung der derzeit aktiven Investoren auf das Core-Segment und die Befürchtung, dass das Finanzierungsumfeld sich weiter verschlechtern könnte, lassen laut der Untersuchung insgesamt gewisse Zweifel aufkommen, ob sich alle Büroimmobilien der Fonds im geplanten Zeitraum am Investmentmarkt verwerten lassen.

Auswirkungen in Deutschland

Besonders schwierig ist laut IVG die Situation in Luxemburg und in den Niederlanden. Deutschland nimmt eine Zwischenstellung ein: Das zusätzliche Investmentangebot im Zuge der Fondsauflösung erscheint laut IVG grundsätzlich verkraftbar, wenn man vom Fall Berlin absieht, wo insbesondere am Potsdamer Platz und in der Umgebung sehr viele Fondsobjekte auf den Markt geworfen werden. Auffällig ist laut IVG, dass viele der deutschen Fondsobjekte – auch aufgrund ihres relativ hohen Baualters – einen vergleichsweise hohen Leerstand aufweisen. Zudem haben sie ihren Mikrostandort in einigen Märkten, wie zum Beispiel Frankfurt, häufig in hinsichtlich Wiedervermietung und Verkauf schwierigen Teilmärkten. Dies steht laut IVG einer Erholung der Preise im Bürosegment jenseits von Core möglicherweise entgegen. Umgekehrt dürfte der Effekt der Büroimmobilienverkäufe durch die Fonds in München und in den deutschen Regionalzentren kaum zu spüren sein.

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