Eine unmittelbare Anpassung der Immobilienquote ist laut Catella bei einer Zinswende nicht zu erwarten Bild: Haufe Online Redaktion

Catella Research hat 100 Asset Manager in Deutschland nach ihrer Aktion und Reaktion auf eine mögliche Zinswende der Europäischen Zentralbank (EZB) befragt. Ein Großteil der Befragten sieht dem gelassen entgegen: 33 Prozent planen keine schnelle Anpassung im Immobilienportfolio, 22 Prozent ziehen frühestens in zwei Jahren eine Anpassung in Erwägung und 30 Prozent in sechs bis zwölf Monaten.

86 Prozent der befragten Asset Manager planen jedoch mehr Direktkäufe von Immobilien. 14 Prozent hingegen wollen die Immobilienquote mittels Kauf indirekter Real Estate Anlagen erhöhen und somit den Auswirkungen der Zinswende entgegenwirken.

Die taktische Erhöhung der Allokationsquote in "Alternative Asset" beziehungsweise Immobilien ist laut Catella seit 2013 bei den meisten der 100 befragten Asset-Management-Gesellschaften in Deutschland zu erkennen – im Schnitt auf rund 9,5 Prozent im Gesamtportfolio. Im internationalen Vergleich (16,6 Prozent) liegt Deutschland dabei auf einem Durchschnittsplatz.

Investoren halten an Nischenprodukten fest

Zwischen Vorzieheffekten bei potenziellen Investitionen, kurzfristigem Exit von Immobilienportfolien, Sicherstellung einer langfristigen Zinsbindung bis hin zu negativen Vorzeichen für börsengelistete Immobilienvehikel, lassen sich laut Catella grundsätzlich heterogene Auswirkungen feststellen. Das Beratungshaus geht davon aus, dass Investoren im Bereich der Assetklassen folgende strategische Veränderung vornehmen werden:

  • Der Trend zu Logistik- und Hotelimmobilien wird auch bei Eintreten der Zinswende nicht durchbrochen. Allerdings bleibt der prozentuale Anteil der Allokation weiterhin deutlich niedriger als bei den anderen drei Core-Klassen Wohnen, Büro und Einzelhandel.
  • Wohnen und Büro werden eine relativ starke Abnahme der Gewichtung erfahren. Im Bereich Office ist in fünf Jahren wieder ein steigender Trend zu erkennen.

Dies zeigt, dass weiterhin ein deutliches Festhalten von Investoren an Nischenklassen vorhanden sein wird, soweit die Zinsänderung nicht gravierend ausfällt.

Fazit

  • Unternehmen, die derzeit auf direkte Investitionen in Assetklassen setzen, werden in Zukunft weiterhin die direkte Investition in Immobilienprodukte bevorzugen, ein Teil wird von indirekten auf direkte Immobilienprodukte umsteigen.
  • Größere Unternehmen und Unternehmen mit einem breiten Investitionsspektrum nehmen am wahrscheinlichsten und am frühesten eine Anpassung ihrer Allokation vor.
  • Unternehmen meiden im Rahmen der Finanzierung von Beständen in der Niedrigzinsphase Spekulationen einzugehen. Im Falle einer Zinswende wird taktisch agiert und abgewartet.

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Schlagworte zum Thema:  Zinsen, Asset Management

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