26.03.2012 | Investoren

Anhaltender Trend zum Outsourcing pusht Facility Service-Branche

Extern erbrachte Facility Services legten 2011 laut einer Studie von Interconnection Consulting mit 6,5 Prozent Wachstum auf 48,1 Milliarden Euro deutlich zu. Treiber für die Entwicklung ist der anhaltende Trend zum Outsourcing.

Das sind 2,9 Milliarden Euro mehr als 2010. Von 2008 bis 2011 stieg der Anteil von extern vergeben Facility Services von 45,9 Prozent auf 48,6 Prozent. Der Markt insgesamt stieg um 4,1 Prozent.

Für 2012 wird trotz des mageren Wirtschaftswachstums ein Zuwachs von 4,0 Prozent bei den externen Facility Services erwartet. Die Branche ist relativ krisenfest, wenn auch die Margen leiden. Die Facility Service Anbieter klagen über immer kürzere Vertragsdauern und oftmaliges Nachverhandeln der Preise.

Der Markt für Facility Services ist extrem zersplittert. Mehr als 40.000 Unternehmen bieten zumindest eine der breit gestreuten Facility Services an. Keines der Top 10-Unternehmen kommt über einen Marktanteil von drei Prozent hinaus. Hinter den Top 10 haben einige Unternehmen stark zugelegt.

Preisdruck verringert Vergabe an Subunternehmer

Seit Jahren predigt die Branche, dass integrierte Gesamtlösungen die Zukunft seien. Die aktuelle Situation spricht eine andere Sprache: Nach wie vor entfällt mit 63,3 Prozent der größte Anteil auf Einzelverträge, das heißt Reinigung, Sicherheit, Catering oder Inspektion wird jeweils einzeln ausgeschrieben.

Das heißt: Viele Auftraggeber trauen den Anbietern noch kein ganzheitliches Management zu. Komplettverträge machen derzeit rund 14,9 Prozent aus. Der Anteil der Aufträge, die an Subunternehmen vergeben wurde, ging von 2010 auf 2011 um 13,2 Prozent zurück. Die Branche teilt sich klar in zwei Gruppen: Komplettanbieter, die durch Übernahmen das gesamte Spektrum der Leistungen selbst anbieten sowie zahlreiche kleine "Einzelkämpfer", die auch von großen Anbietern als Sublieferanten unter Vertrag genommen werden. „Komplettanbietern gehört die Zukunft“, sagt Andreas Erdpresser, der Autor der Studie.

Dienstleister entdecken den Wohngebäudesektor

Bei der Summe der Segmente fallen auch im Jahr 2011 besonders wachstumsträchtige Nischen auf. Bei den Kundensegmenten boomen vor allem der Transportsektor (+15,8%), der stark von der wirtschaftlichen Erholung profitiert und Wohngebäude (12,7%), die als Segment zunehmend entdeckt werden. Bis dato war bei Wohngebäuden mit „Hausmeistern“ der Anteil interner Leistungen noch sehr hoch.

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