29.02.2012 | AIFM

Immobilien-AGs und REITs möglicherweise ausgeklammert

Es gibt Fortschritte bei der Regulierung sogenannter Alternative Investment Funds Manager (AIFM): Immobilien-AGs und REITs werden möglicherweise ausgeklammert. Darauf weist der Branchenverband ZIA hin.

Die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA hat am 23. Februar ein Diskussionspapier veröffentlicht, in dem unter anderem Vorschläge zur Definition des Fondsbegriffs enthalten sind. Die Behörde unternimmt damit den lang erwarteten Versuch, den weithin unklaren Anwendungsbereich der AIFM-Richtlinie zu konkretisieren.

"Damit könnte eine wesentliche Schwachstelle der Richtlinie entschärft werden", sagt Andreas Mattner, Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA). Denn die Abgrenzungskriterien in der Frage, welche Anlagevehikel konkret als Alternative Investments Funds im Sinne der Richtlinie gelten, waren dem ZIA zufolge bislang bedenklich weit gefasst. "Real Estate Investments Trusts (REITs) und andere Immobilien-Aktiengesellschaften hätten demnach ohne Weiteres unter die Richtlinie fallen können", so Mattner.

Mattner: "Sicher ist noch nichts"

Mit der jetzt diskutierten Klarstellung sei es möglich, dass Immobilien-AGs und REITs vom AIFM-Anwendungsbereich ausgenommen werden. "Sicher ist das aber keineswegs, denn das jetzt vorliegende Diskussionspapier und die Reaktionen der Marktteilnehmer hierauf stellen zunächst nur eine Grundlage für eine im Sommer 2012 geplante öffentliche Konsultation dar", bremst Mattner die Euphorie.

Dennoch wertet der ZIA die Tatsache, dass die Frage bei der ESMA nun erstmals offen diskutiert wird, als richtigen Schritt: Zum einen solle die AIFM-Richtlinie für mehr Transparenz und Regulierung in den bislang unzureichend regulierten Feldern der Finanzwirtschaft sorgen, nicht jedoch bei Immobilien verwaltenden Aktiengesellschaften, deren Geschäftspolitik nicht mit der von Fonds zu vergleichen ist.

Zum anderen verweisen weitere Richtlinien und Verordnungen auf die AIF-Definition. Die Klarstellung im Rahmen der AIFM-Richtlinie betreffe implizit auch den Anwendungsbereich der OTC-Derivateverordnung (EMIR) sowie der Finanztransaktionssteuer nach dem momentan vorliegenden Richtlinien-Entwurf der Europäischen Kommission.

"Blieben REITs und Immobilien-AGs also im Anwendungsbereich der AIFM-Richtlinie, würden sie auch als Finanzinstitut bei einer möglichen Finanztransaktionssteuer qualifiziert werden", so Mattner.

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