13.08.2013 | Unternehmen

Aareal Bank verdient weniger

Aareal Bank: Hauptsitz Wiesbaden
Bild: Aareal Bank

Die Aareal Bank hat im zweiten Quartal weniger verdient. Der Überschuss sackte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut zwölf Prozent auf 21 Millionen Euro ab. Dabei belasteten eine höhere Steuerquote, leicht gestiegene Kosten und eine höhere Risikovorsorge das Ergebnis.

"Damit sind wir auf besten Wege, unsere Jahresziele zu erreichen", sagte Vorstandschef Wolf Schumacher. Er will mindestens den operativen Gewinn des Vorjahres von 176 Millionen Euro wiederholen. Es sei aber weiterhin möglich, beim Betriebsergebnis den Rekordwert von 2011 (185 Millionen Euro) zu erreichen. Die Börse reagierte dennoch enttäuscht. Die Aareal-Aktie verlor gut zwei Prozent an Wert und war damit schlechtester Titel im MDax.

Beim Neugeschäft dreht die Bank weiter auf. Im zweiten Quartal verdoppelte sie das Volumen neuer Kredite auf 2,4 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr hält sie nun ein Volumen von 7 bis 8 Milliarden Euro für möglich - bislang hatte das Ziel bei 6 bis 7 Milliarden Euro gelegen. Allerdings stellte das Institut zugleich fest, dass Wettbewerb gerade bei Immobilien in Top-Lagen wieder stark zunimmt. So legte auch die Deutsche Pfandbriefbank, Tochter der verstaatlichten Hypo Real Estate, beim Neugeschäft zu. Auch im Ausland ist der Wettbewerb groß. So nutzen zahlreiche Immobilieninvestoren in den USA die Geldschwemme, um ihre Kredite zu refinanzieren.

Dies könnte die Margen künftig wieder unter Druck setzen, sagte Aareal-Chef Schumacher. "Eine Rückkehr zum desaströsen Niveau von 2006 und 2007 sehen wir aber nicht." Derzeit profitiert die Aareal Bank davon, dass sie schneller als andere Institute nach der Finanzkrise wieder das Neugeschäft ausgebaut hat. Dabei konnte sie sich höhere Margen sichern, die nun den Zinsüberschuss antreiben.

Andererseits machen auch den Wiesbadenern die Niedrigzinsen zu schaffen. Sie spüren dies etwa im Einlagengeschäft und bei der Suche nach sicheren Anlagen für liquide Mittel. Mangels Alternativen hatten sie im zweiten Quartal im Schnitt allein 4,5 Milliarden Euro bei der Europäischen Zentralbank geparkt, wofür sie praktisch keine Zinsen erhalten. Vorstandschef Schumacher kündigte an, dass die Einlagen bei der Notenbank bis zum Jahresende auch wegen des traditionell stärkeren Neugeschäfts in der zweiten Hälfte auf rund 3 Milliarden Euro sinken dürften.

Mit der Rückzahlung der verbliebenen Staatshilfe von 300 Millionen Euro aus der Zeit der Finanzkrise zögert die Aareal Bank noch. Sie will die Stille Einlage gern mit anderen eigenkapitaltauglichen Hybridanleihen ablösen. Dafür will sie aber zunächst die genauen gesetzlichen Regelungen abwarten. Die Aareal Bank hatte sich auf dem Höhepunkt der Finanzkrise vom Staat vorsorglich helfen lassen.

Das Institut betonte, dass es die Staatshilfe prinzipiell ohne Kapitalerhöhung zurückzahlen könne. Es würde auch schon jetzt die erst ab 2019 voll gültigen verschärften Eigenkapitalanforderungen (Basel III) ohne die Stille Einlage des Bankenrettungsfonds Soffin erfüllen. Die hohen Quoten helfen der Bank aber zugleich dabei, über unbesicherte Anleihen günstig an Geld zu kommen.

Ein Bremsklotz sind die Soffin-Hilfen bei der geplanten Rückkehr zu einer Dividende. Das Institut hatte zu Jahresbeginn angekündigt, den Aktionären im kommenden Jahr wieder etwas auszuschütten. Eine Dividende würde aber gleichzeitig die Zinszahlungen an den Soffin erhöhen. "Für jede 18 Cent pro Aktie Dividende steigt der Kupon um 0,5 Prozent", sagte Finanzvorstand Hermann Merkens. Wie hoch die Dividende ausfallen könnte, ließ das Management zunächst offen.

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