Trotz eines Gewinnrückgangs 2017 verspricht die Aareal Bank ihren Aktionären höhere Ausschüttungen: Für das vergangene Jahr sollen 2,50 Euro pro Aktie ausgezahlt werden, 25 Prozent mehr als 2016. Die Aareal Bank schüttet damit knapp vier Fünftel des Nettogewinns von 191 Millionen Euro aus. Der Immobilienfinanzierer sitzt nach eigenen Angaben auf einem dicken Kapitalpolster und erwägt zudem den Ausbau des eigenen Geschäfts und kleinere Übernahmen.

Die Aareal Bank stellte eine weitere Ausschüttung durch das Abschmelzen des Kapitalpolsters von rund 150 Millionen Euro in Aussicht. Es komme "ausdrücklich auch eine Rückgabe an die Aktionäre" infrage. Denkbar seien daneben auch gezielte Zukäufe bei der Mainzer IT-Tochter Aareon, sagte Vorstandschef Hermann Merkens am Mittwoch in Frankfurt am Main, wie unter anderem das "Handelsblatt" berichtet.

Hintergrund ist, dass die Aareal Bank zum Jahreswechsel auf eine harte Kernkapitalquote von 13,4 Prozent kommt. Ausreichend ist nach Ansicht des Vorstands eine Kapitalquote von rund 12,5 Prozent. Über die Verwendung des bestehenden Überschusskapitals solle wie angekündigt noch im Laufe dieses Jahres entschieden werden, teilte die Bank mit. Wann genau, ließ Merkens offen.

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Die Analysten von Equinet und der Commerzbank zeigten sich positiv überrascht von der Dividendenhöhe. Sie hatten mit einer geringeren Anhebung gerechnet. Die Aareal-Bank-Aktie stieg am Mittwoch in einem schwachen Gesamtmarkt um 2,34 Prozent auf 40,20 Euro. Von Jahresbeginn an gerechnet liegt die Aktie nun fast acht Prozent im Plus.

Das Konzernbetriebsergebnis 2017 betrug nach Angaben der Aareal Bank 328 Millionen Euro (2016: 366 Millionen Euro; Rekordjahr 2015: 470 Millionen Euro.) und lag damit in der Mitte des im Jahresverlauf angehobenen Zielkorridors von 310 bis 350 Millionen Euro.

Neuaufstellung läuft unter dem Namen "Aareal 2020"

Die Aareal Bank befindet sich seit Jahren im Umbau, weshalb die Zahlen nicht eins zu eins vergleichbar sind. Die Wiesbadener waren durch Übernahmen wie der Westimmo und der Corealcredit gewachsen. Nun baut die Bank Portfolien ab, die nicht zum Kerngeschäft zählen. Parallel dazu baut der Vorstand das Servicegeschäft aus und stößt immer tiefer in lukrative Märkte wie die USA vor. Die Neuaufstellung läuft unter dem Namen "Aareal 2020".

"Was die Gespräche über den Stellenabbau betrifft, sind wir relativ weit durch", so Merkens. Insgesamt fallen 86 Jobs weg. Im laufenden Jahr rechnet die Aareal Bank mit anhaltend niedrigen Zinsen in Europa und einem hohen Wettbewerbs- und Margendruck auf wichtigen Zielmärkten. Der Vorstand geht davon aus, dass das Betriebsergebnis 2018 auf 260 bis 300 Millionen Euro zurück gehen wird.