02.08.2012 | Top-Thema Immobilien-Apps im Überblick

Nicht auf dem App-Friedhof landen

Kapitel
Stephan Kippes, Professor für Immobilienmarketing an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen Geislingen
Bild: Haufe Online Redaktion

Für Stephan Kippes, Professor für Immobilienmarketing an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen Geislingen, ist der App-Bereich in Deutschland – trotz der eingangs erwähnten Zahlen – bisher noch ein Randthema, das jedoch für Makler noch einiges an Potenzial für das Tagesgeschäft bereit hält.

So könnten Exposés in Schaufenstern mit QR-Code ausgestattet werden wie es zurzeit nur in Einzelfällen passiert, um den mobilen Zugang zur Homepage zu nutzen. „Schnelle Infos und Netzwerke auf die Hand“ ist die Devise, so Kippes. Sicherlich sei der APP-Kostenaufwand eher den Großen der Branche vorbehalten.
Das Internet-Unternehmen Immonet bietet für gewerbliche Anbieter seit Kurzem QR-Codes für die Exposéerstellung. „Als innovativer Eyecatcher auf Objektbeschreibungen, Werbebroschüren oder am Maklergalgen kann der ImmoCode mit jedem Smartphone entschlüsselt werden, auf dem ein QR-Code-Reader installiert ist“, erklärt Sprecherin Birgit Schweikart. Der Nutzer werde nach dem Scanvorgang dann direkt auf die entsprechende mobile Seite des Immobilienangebots bei Immonet geführt. Der ImmoCode lässt sich als Grafik oder integriert im PDF-Exposé speichern und ausdrucken.

Auch der Mittelstand kann investieren

Doch auch ein mittelständischer Makler könne mit seiner regionalen Expertise – und entsprechenden Marktdaten – nachhaltig den Wettbewerb ausbremsen, meint Görs. Das Motto: Statt Tag der offenen Tür als Marketing-Highlight den Etat für eine eigene Basis-App nutzen. Die Chance, das vorhandene Markt-Know how in einmaliger Weise präsentieren zu können, zahle sich langfristig bestimmt aus. „Während zu Beginn der APP-Euphorie wenig Sinn stiftendes entwickelt wurde, ist vor allem im Business-Bereich das Angebot deutlich anspruchsvoller geworden“, so IT-Experte Hannes Mehr. Der Programmieraufwand sei aber nur eine Seite der Medaille, der je nach Umfang 2 bis 6 Monate oder noch länger für einen Fachmann dauern kann. Bei der Shopping-Center APP der ECE-Gruppe lag die Überwindung zunächst darin, alle Daten vorzubereiten und zu bündeln und an einem Ort per Excel zu strukturieren, bevor der App-Designer überhaupt loslegen konnte, lacht Sprecher Christian Stamerjohanns. Mit dem Ergebnis seien alle mehr als zufrieden, kleine Nachbesserungen seien aber die Regel und würden dem User kaum auffallen. Stamerjohanns: „Nicht nur unsere Retailer sind erfreut über den komprimierten Datensatz an einem Ort, auch unsere eigenen Vertriebsmitarbeiter sind erfreut, jetzt alles schnell über eine APP aufrufen zu können.“

Wer eine App entwickeln möchte, müsse unbedingt sowohl technische als auch inhaltliche Aspekte berücksichtigen und von Anfang an auch an die App-Promotion wie Mobile- und Online-Anzeigen, Launch-PR, Integration in alle sonstigen Werbemittel, denken, rät Daniel Görs.

Der Nutzwert muss erkennbar sein

Eine Voraussetzung sei zum Beispiel eine aussagekräftige Website. Auch ganz praktische Programmierungen wie der Kontakt zu den Pressestellen der jeweiligen Anbieter, die Speicherung des Kontakts in der Telefonliste, die Möglichkeit der Weiterleitung (wenn nicht telefoniert werden kann) oder eine Feedback-Applikation, die es ermöglicht, Rückmeldungen von Usern über Pro und Contra der Anwendung zu bekommen, sind sinnvoll, aber leider oftmals nicht in den Angeboten enthalten. Letztendlich muss auch der Nutzwert für User im Alltagsgeschäft deutlich erkennbar sein, um nicht auf dem wachsenden „Friedhof der Apps“ zu landen, so der Immobilienmarketing-Experte Görs. Das seien die Apps, die lediglich als Werbung dienen, nur wenige Inhalte böten und auch nicht erweitert würden.

Schlagworte zum Thema:  Immobilien-App, Mobile, Social Media

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