02.08.2012 | Top-Thema Immobilien-Apps im Überblick

Die App-Welle

Kapitel
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Angebot an Immobilien-Applikationen wächst stetig. Allein der Apple-Store bietet mehr als 200 Apps. Vor allem Makler, Verwalter und Projektentwickler nutzen die neuen Technologien. Ein Marktüberblick.

Mittlerweile surfen etwa 14 Millionen Deutsche mit Smartphone und Co. überall und jederzeit. Kein Wunder, dass schon jetzt laut einer Untersuchung der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in Kooperation mit Immonet rund 40 Prozent der Immobiliensuchenden und 60 Prozent der Anbieter ein Smartphone nutzen. Ob bei der Immobiliensuche oder zur täglichen Arbeit – räumliche Beschränkungen fallen als wesentlicher Vorteil immer häufiger weg. Den nutzen der Studie zufolge vor allem Makler, Verwalter und Projektentwickler, denn sie sind es auch, die mit mobilen Technologien im Berufsalltag gut ausgestattet sind. Rund 80 Prozent von ihnen verfügen über einen Laptop, rund 60 Prozent nutzen während ihrer täglichen Arbeit ein Smartphone. Einen Tablet-PC setzt jeder Fünfte ein. Die Bereitschaft und Notwendigkeit des „Aufrüstens mit mobiler Hardware“ wächst zudem ständig, so die Untersuchung.

Interneterfahrene Immobilienportale wie ImmobilienScout, Immowelt oder Immonet zählen zu den ersten Unternehmen, die das Geschäftsmodell der Immobilien-Apps für sich nutzten – parallel zur herkömmlichen Internet-Präsenz. Immobilienmakler erkannten schon früh den Vorteil und nutzen bis heute dieses mobile Angebot, um beispielsweise über die GPS-Standortbestimmung ihres Smartphones auf die für sie zugeschnittenen Objekte zugreifen zu können. Marc Stilke, CEO und Sprecher der Geschäftsführung der Immobilien Scout GmbH, sagt: „Wir wissen aus der Online-Immobiliensuche, dass mobile Geräte ergänzend zum normalen Internet immer umfassender genutzt werden. Wir haben deshalb eine klare Mobile-First-Strategie und achten bereits bei der Entwicklung unserer mobilen Applikationen darauf, dass der Datenabgleich zwischen den verschiedenen Kanälen immer reibungslos funktioniert. Neben Usability und Stabilität ist dies für uns eines der wichtigsten Kriterien in der App-Entwicklung.“ „Mobile First“ ist auch die Devise von Immonet. Geschäftsführer Klaus Saloch betont ebenfalls: „Gemäß unserer Strategie ‚Mobile First’ werden alle unsere Services stetig auf ihren Einsatz via Mobile geprüft und adaptiert.“ Mittlerweile sei die Umsatzquote, die über mobile APPs generiert werde von zehn Prozent (2010) auf 25 Prozent im vergangenen Jahr gesteigert worden, ergänzt Immobilien-Scout-Sprecher Marcus Drost.

Mehr als 200 Immobilien-Apps

Viele Unternehmen schließen sich diesem Zeitgeist an. Bei der Suche im iTunes-Store werden fast 200 Immobilien-APPs für das iPhone und knapp 100 Apps für das iPad angezeigt. Das Spektrum reicht von der Immobiliensuche, Maklerprogrammen, Gesetzessammlungen aus dem Mietrecht bis hin zu Finanzrechnern. Viele von ihnen sind speziell für Profis und Endkunden der Immobilien- und Wohnungswirtschaft entwickelt worden, bieten originelle Features, die die Arbeit erleichtern oder wertvolle Dienste leisten (siehe Marktübersicht folgende Seiten). Bei solchen Apps steht der Nutzwert oben an, doch es gibt ebenso viele Angebote, die in erster Linie Marketing- und Werbezwecken dienen.
Manche der im Store zu findenden Programme sind zusätzlich auch auf Basis der Android-Anwendung von Google nutzbar. Für aufwendigere App-Programme mit Visualisierungen und umfangreichen Grafikelementen wie Grundrissdarstellungen ist das Tablet-PC die bessere Lösung als das Smartphone. Einige Anbieter lassen neben der Apple-Plattform auch für Android von Google ihre Apps programmieren, das Blackberry ist nach Meinung von Software-Experten „auf dem absteigenden Ast“ und mittelfristig in diesem Segment zu vernachlässigen.

Problem der Verknüpfung von Desktop und Online

Eines der zurzeit noch größten Probleme bei der technischen Umsetzung ist die Synchronisation der mobilen Geräte mit anderen Endgeräten. Wem nutzt das iPad als mobiles Büro für unterwegs, wenn im Büro die eingespeisten Daten nicht mit dem Schreibtisch-PC vernetzt werden können? „Eine einheitlich funktionierende digitale Schnittstelle gibt es nicht“, so Daniel Görs, geschäftsführender Gesellschafter von Eyecansee Communications und Experte für crossmediales Immobilienmarketing. Anbieter wie der Konzern aus dem kalifornischen Cupertino – der Apple Store gilt mittlerweile als das weltweit beste Einzelhandelsunternehmen, das mehr Umsatz pro Fläche generiert, als die meisten anderen vergleichbaren Marken – haben kein gesteigertes Interesse ihre Plattform zu öffnen. Um die APP auf Apple-Basis zu nutzen, muss zuvor eine entsprechende Software gekauft und installiert werden.

Schlagworte zum Thema:  Immobilien-App, Mobile, Social Media

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