02.08.2012 | Top-Thema Immobilien-Apps im Überblick

Apps nur ein Imagefaktor?

Kapitel
Was kann bzw. darf eine App kosten: von 79 Cent bis 40 Euro ist alles dabei.
Bild: Haufe Online Redaktion

Manche App-Anbieter nehmen kleinere Beträge von 79 Cent bis circa 9 Euro für ihre Apps (Ausnahmen sind Lexika bis cirka 39,99 Euro), viele bieten sie jedoch von vornherein kostenlos an.

Hier gilt es abzuwägen. In aller Regel ist über eine Kostenpflicht für Entwickler „nicht viel gewonnen“, ist aus der Branche zu vernehmen. Ein Umschichtung finanzieller Mittel liegt bisher auch nicht im Trend. Eine Ablösung von Informationsmitteln in Papierform kommt für die meisten Branchenplayer zurzeit nicht infrage – „Apps könnte man machen, Print wird aber auf jeden Fall weiterbestehen“, ist ihre allgemeine Aussage. Ausnahmen bestätigen die Regel. Bei der BEOS AG sind laut Vorstand Dr. Stephan Bone-Winkel keine Broschüren mehr vorgesehen. Man konzentriere sich voll und ganz auf das Internet und mobile Kommunikation – Geschäftspartner, wie zum Beispiel Steuerberater oder externe Buchhalter, könnten darüber hinaus über eine Daten-Cloud auf einheitliche Zahlen zugreifen und seien so schnellstmöglich vernetzt mit gleicher Arbeitsbasis. Nach Aussage von Daniel Görs seien solche Cloud-Lösungen zwar vereinzelt auf dem Markt zu finden, doch bleibe hier der ungelöste Sicherheitsaspekt, was bisher viele Anbieter derzeit noch abschrecke.

Das wird in den USA für Apps bezahlt

Der Blick nach Übersee gibt interessante Aufschlüsse: Die umsatzstärksten Apps sind dort immer jene mit Nutzwert für Geschäftszwecke und Spiele. Der Anteil ihrer Käufer ist jedoch erstaunlich klein. Fast zwei Drittel der Verbraucher in den USA haben bislang kein Geld für mobile Anwendungen ausgegeben. Dabei wird entweder für Spiele oder im Business-Bereich ein durchschnittlicher Betrag von höchsten 7,50 Dollar ausgegeben, so die Researcher von ABI. Noch dazu sind demnach nur etwa drei Prozent für etwa ein Viertel des gesamten App-Umsatzes auszumachen. In Deutschland ist die Bereitschaft, für Apps Geld auszugeben, bislang ebenfalls unterentwickelt. Laut ABI Research ist es wichtig für eine erfolgreiche App, dass sie in ein schlüssiges Web-Konzept eingebunden ist. Neben dem Mehrwert für Nutzer hat sich laut ABI auch bewährt, die App über einen kostenlosen Zugang zu etablieren, um dann zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Premiumversion Geld zu verdienen. Dann könnten auch Kooperationspartner gewonnen werden, um einen Teil der App-Ausgaben wieder einzuspielen. Beispiel: Warum nicht bei der Präsentation von Innenräumen von Kaufobjekten einen Küchenhersteller mit Logo et cetera einbinden?

In den USA ist man zumindest mit dieser Form von Vertriebsaktivitäten schon ein Stück weiter. Immerhin liegen die Kosten für eine APP-Entwicklung zumeist im Bereich ab 15.000 Euro aufwärts (in abgespeckter Form und inhaltlicher Reduktion auch schon ab 3.000 bis 5.000 Euro), schnell sind aber auch über 30.000 Euro ausgegeben. Eingebunden in eine Gesamt-Online-Strategie sind cirka 50.000 Euro keine Seltenheit. Sinn macht die Installation nur bei nachhaltiger Entwicklung inklusive regelmäßiger App-Updates. Einige Anbieter, die im Rahmen ihrer Marktforschung ohnehin mit viel Zahlenmaterial und Erhebungen der Research-Abteilungen arbeiten, nutzen die Appals weiteren mobilen und schnellen Vertriebskanal. Auch ein „Update“ beziehungsweise Betreuungskosten externer Anbieter müssen mit in die Kalkulation einbezogen werden.

Schlagworte zum Thema:  Immobilien-App, Mobile, Social Media

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