04.02.2013 | Top-Thema Heizend Strom erzeugen - Der Weg zum Blockheizkraftwerk

Kapazitätsengpässe werden vor allem im Winter befürchtet

Kapitel
Bild: Transnet BW Grafik Solares Bauen GmbH

Baden-Württemberg ist bereits heute von Stromimporten aus dem Norden abhängig. In Baden- Württemberg und Bayern soll zukünftig über zusätzliche Stromleitungen noch mehr u.a. Wind- und Kohlestrom von Norden nach Süden geleitet werden als bislang.

Im Jahr 2012 lag die höchste vertikale Netzlast in Baden-Württemberg bei ca. 9 GW im Winter. Im Sommer werden nur Spitzenlasten von etwa 6 GW erreicht. Mögliche Kapazitätsengpässe gibt es also vor allem im Winter.

Was bedeutet Vertikale Netzlast?

In Stromnetzen gibt die Netzlast an, wie hoch die elektrische Last an einem Stromnetz ist. Die Vertikale Netzlast gibt an wieviel Strom aus den Übertragungsnetzen in die Verteilungsnetze übertragen wurde.

Dass BHKWs z. B. in öffentlichen Gebäuden insbesondere dann laufen, wenn die vertikale Last im Winter am höchsten ist, belegt der Vergleich des Lastprofile der Woche mit der höchsten Last im Netz der Transnet BW im Jahr 2011 (Vertikale Netzlast in Baden-Württemberg) mit dem Wärme- und Stromlastprofils eines Schulzentrums im Schwarzwald in der gleichen Woche (vgl. Abb. 1 und Abb. 2).

BHKWs können also in idealer Weise auch als flexible Kraftwerke eingesetzt werden, um die Kapazitätsengpässe zu decken. Sie haben u.a. geringe CO2-Emissionen, geringe Startzeiten und geringe Startkosten (vgl. Tabelle 1) und verknüpfen daher in idealer Weise hohe Effizienz bei der Nutzung fossiler Energien mit der Fähigkeit, flexible und sichere Leistung bereitzustellen. BHKW sollten daher ein vorrangiger Bestandteil von Kapazitätsmechanismen sein. Erst wenn sie an Grenzen stoßen sollten, könnten weitere fossile Kraftwerke dafür eingesetzt werden.

Tabelle 1: Vergleich der Flexibilität verschiedener Kraftwerkstypen (verändert nach LBD 2011)

 

Emissionen

Startzelten

Startkosten

Laständerungs-gradient

Mindestlast

 

g/kWhel

Minuten

 

pro Minute

 

Neues Steinkohlekraftwerk

740

60

Hoch

ca. 6%

ca. 25%

Altes Steinkohlekraftwerk

900-1.000

90-120

Sehr hoch

ca. 2%

ca. 35%

Modernes GuD-Kraftwerk

345

30

Mittel

ca. 8%

ca. 40%

Virtuelle Kraftwerke (BHKW)

0-345

 1-5

Sehr niedrig

bis zu 100%

0%

Hier geht's zur Bilderserie "Top-Thema BHKWs Abb. 1 und 2"

Schlagworte zum Thema:  Wärmeversorgung, Energiewende

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