Deutsche-Hypo-Index: Trendumkehr beim Immobilienklima?

Zwischen Februar und Juli ging es beim Deutschen Hypo Immobilienklima stetig abwärts. Im September hellt sich die Stimmungslage zum zweiten Mal in Folge auf. Nur das Wohnklima trübt sich deutlich ein: Investoren ziehen sich aus der Assetklasse Wohnen zurück.

Alleine schon die Ankündigungen der Politik, Mieten zu deckeln oder zu bremsen, führen laut Deutsche Hypo dazu, dass Investoren sich vom Bereich "Wohnen" abwenden und Projektentwickler Wohnungsbaupläne stoppen vor allem in Berlin.

"Deswegen empfehle ich allen Kommunen dringend, sich an der Hansestadt Hamburg ein Beispiel zu nehmen und sachorientiert Lösungen zu erarbeiten, die dem eigentlichen Ziel dienen, Wohnraum zu schaffen." Sabine Barthauer, Vorstand Deutsche Hypo

Im bundesweiten Vergleich liege Hamburg bei der Schaffung von Wohnungen vorne, so Barthauer weiter.

Ist die Trendwende da?

Im Rahmen der aktuellen Befragung für den Deutschen-Hypo-Index bewerteten die Immobilienexperten das Klima insgesamt noch einmal um 0,2 Prozent besser als im Vormonat (119,4 Basispunkte): Im September wurde ein Wert von 119,6 Punkten erreicht. Treiber ist das Investmentklima, das um 0,6 Prozent auf 119,8 Punkte zulegte. Im August lag es noch bei 119,6 Punkten. Das Ertragsklima gab indessen leicht um 0,3 Punkte nach: von 119,1 auf 119,3 Punkte.

Nach Ansicht der Deutschen Hypo ist es jedoch noch zu früh, von einer Trendumkehr zu sprechen, auch wenn das Immobilienklima insgesamt nicht mehr nachgab. Das war zuletzt im Juli (114,9 Basispunkte) der Fall, als gegenüber Juni noch einmal ein Minus von 1,9 Prozent registriert worden ist.

Großer Verlierer: das Wohnklima

Mit Blick auf die einzelnen Assetklassen ist neuer Spitzenreiter das Büroklima mit 138,6 Basispunkten (plus 0,5 Prozent), nach 137,9 Punkten im Vormonat. Gewinner in der September-Befragung ist das Hotelklima, das um satte sechs Prozent von 110,3 Punkten im Vormonat auf 117 Basispunkte im September stieg. Nach einer weitgehend rückläufigen Entwicklung im Verlauf des Jahres ist der Zuwachs überraschend.

Das Wohnklima hingegen sank von 139,5 Punkten im Vormonat um 2,9 Prozent auf aktuell 135,4 Punkte und fällt damit vom Spitzenplatz unter den Assetklassen auf den dritten Rang ab. Das Logistikklima legte ebenfalls um 0,5 Prozent zu und liegt nun mit 137,1 Basispunkten (August: 136,4 Punkte) hinter dem Büroklima auf Rang zwei.

Nach der überraschend deutlichen Stimmungsaufhellung des Handelklimas im August (74,2 Punkte), gab dieses im September wieder nach (minus 0,9 Prozent auf nun 73,6 Punkte).

Markt-Hoch trifft auf fragile äußere Faktoren

In den Gesprächen mit Investoren und Immobilienentwicklern im Juli hatte Barthauer festgestellt, dass nicht alle Investoren glücklich über das Markt-Hoch sind. Man sei sich bewusst, dass diese Entwicklung sich nicht mehr lange wird halten können. Gründe dafür seien unter anderem "fragile äußere Faktoren", so Barthauer, etwa weltweite Handelsspannungen und politische Unsicherheiten, die das Wachstum für das Gesamtjahr 2019 hemmen könnten.

Dementsprechend trug noch im Juli das Investmentklima zur negativen Entwicklung bei, während sich in einer allgemein negativen Dynamik das Wohnklima noch vom Trend abhob und vorübergehend die Spitzenposition unter den Assetklassen übernahm. Das Hotelklima verzeichnete mit einem Stand von 111,8 Punkten einen neuen Negativrekord.


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