Studie: Spekulative Grundstücksgeschäfte steigen massiv

Die Zahl der spekulativen Grundstücksgeschäfte hat sich im vergangenen Jahr deutlich erhöht. Das geht aus der Gewos-Immobilienmarktanalyse IMA hervor. Demnach erhöhte sich die Zahl der registrierten Kauffälle gegenüber 2015 um 20 Prozent, der Geldumsatz stieg um rund 51 Prozent. Im Vergleich mit dem Jahr 2010 ist die Zahl der Transaktionen um 49 Prozent gestiegen, der Geldumsatz hat sich mehr als verdoppelt (plus 133 Prozent).

Der Gewos-Studie zufolge, die auf der Erfassung der tatsächlichen Verkäufe beruht, wurden 2016 in Deutschland rund 11.600 Kaufverträge für Bauerwartungsland und Rohbauland geschlossen. Der mit diesen Verkäufen verbundene Geldumsatz belief sich auf knapp 2,5 Milliarden Euro.

"Bedingt durch das geringe Angebot baureifer Grundstücke und die insgesamt hohe Wohnungsnachfrage ist auch das Transaktionsgeschehen im Bereich Bauerwartungsland und Rohbauland in den vergangenen Jahren stark gestiegen." Sebastian Wunsch, Verantwortlicher bei Gewos für die IMA

Die massiven Umsatzzuwächse seien maßgeblich auf Preissteigerungen zurückzuführen, so Wunsch weiter. Seit dem Jahr 2010 sind die Preise für Bauerwartungsland und Rohbauland laut Gewos bundesweit um 61 Prozent gestiegen, allein 2016 war ein Anstieg um 43 Prozent zu verzeichnen. Dagegen verteuerte sich baureifes Wohnbauland seit 2010 lediglich um 26 Prozent. 2016 lag der Quadratmeterpreis für Bauerwartungsland und Rohbauland im bundesweiten Durchschnitt bei rund 34 Euro - dies entspricht knapp 22 Prozent des Preises für baureife Grundstücke.

Speziell der Kauf eines als Bauerwartungsland deklarierten Grundstücks sei ein hoch spekulatives Geschäft, heißt es in der Untersuchung.

"Vielfach werden Preise gezahlt, die sich nur rechtfertigen lassen, wenn die jeweiligen Flächen auch tatsächlich die Baureife erlangen." Sebastian Wunsch, Verantwortlicher bei Gewos für die IMA

Erbbaurechte spielen weiterhin kaum eine Rolle

Weiterhin kam bei der Untersuchung heraus, dass Erbbaurechte kaum eine Rolle auf dem Grundstücksmarkt spielen. Nach einer Hochrechnung von Gewos auf Basis der IMA-Daten wurden im Jahr 2016 bundesweit rund 2.100 neue Erbbaurechte vergeben, die hiermit verbundene Grundstücksfläche lag bei rund 251 Hektar. Gemessen an den in Deutschland kaufvertraglich übertragenen Wohnbaugrundstücken entspricht dies nur rund zwei Prozent der registrierten Kauffälle von baureifem Wohnbauland.

 

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