30.03.2016 | Wohnungsnot

Architekt plädiert für nationales Bauprojekt

Kollhoff: Karl-Marx-Allee in Berlin "ist das einzige Beispiel deutscher Stadtbaukunst und Architektur"
Bild: CFalk ⁄

Der Architekt Hans Kollhoff hat sich im "Tagesspiegel" gegen eine "Billigbauweise am Stadtrand" ausgesprochen. Er würde der Wohnungsnot eher mit einem nationalen Bauprojekt begegnen. Alles, was von Architektenseite heute wieder hervorgekramt werde zur Lösung der Wohnungsfrage, komme aus der Werkzeugkiste eines abgehalfterten "sozialen" Wohnungsbaus, schreibt Kollhoff in dem Artikel.

Der Architekt hat in Berlin etwa den Kollhoff-Tower am Potsdamer Platz entworfen. "Wir sind ein reiches Land und wir werden uns eines Tages zutiefst schämen müssen für die Notunterkünfte, die wir unseren Mitmenschen zumuten", so Kollhoff.

Ein Blick auf Google Maps zeige, wie viel Platz in den Stadtzentren noch vorhanden sei, "unwirtliche, von Anspruchsdenken blockierte Flächen, die nach einer weitsichtigen, wenn auch momentan unbequemen Entscheidung schreien."

Kollhoff lobte die zu DDR-Zeiten gebaute Karl-Marx-Allee in Berlin. "Sie ist das einzige Beispiel deutscher Stadtbaukunst und Architektur, die an die große Tradition des 19. Jahrhunderts anknüpfen konnte und den Vergleich nicht zu scheuen brauchte mit den europäischen und amerikanischen Großstädten."

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Schlagworte zum Thema:  Wohnungsnot, Bauprojekt

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