27.02.2014 | Unternehmen

Hochtief steigert Gewinn durch Anteilsverkäufe und streicht Stellen

Analysten gingen von einem Gewinn in Höhe von knapp 187 Millionen Euro aus
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Essener Baukonzern Hochtief hat im Geschäftsjahr 2013 weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. Bei den Ergebnissen erwarten Analysten hingegen ein Plus aufgrund von Anteilsverkäufen. Außerdem kündigte Hochtief-Chef Marcelino Fernández Verdes am heutigen Donnerstag bei der Bilanzvorlage an, dass er 800 bis 1.000 Stellen im Deutschlandgeschäft streichen will.

Mit mehr als 80 Prozent der betroffenen Mitarbeiter sei bereits eine einvernehmliche Einigung erzielt worden. Ziel sei es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, so der Konzernchef.
Insgesamt beschäftigt Hochtief bei der betroffenen Tochter Solutions in Deutschland knapp 6.000 Mitarbeiter. Weltweit hat Hochtief rund 80.000 Beschäftigte.

Unter dem Strich blieb ein Gewinn von gut 171 Millionen Euro, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Zum einen spülte der Verkauf einzelner Geschäftsbereiche Geld in die Kassen, daneben machte sich für Hochtief der Sparkurs bezahlt. Außerdem entwickelten sich die Geschäfte in fast allen Regionen besser.

Davon profitiert auch die Konzernmutter ACS, die inzwischen 55,5 Prozent an Hochtief hält. Die Dividende für 2013 soll von einem Euro je Aktie auf 1,50 Euro steigen.

Fernández Verdes schließt weitere Verkäufe nicht aus

Im laufenden Jahr peilt Hochtief einen bereinigten Konzerngewinn von 225 bis 250 Millionen Euro an. Der Auftragsbestand soll zum Jahresende das Vorjahresniveau erreichen. Leistung und Auftragseingang sollen hingegen weiter schrumpfen. Auf der Verkaufsliste von Hochtief stehen unter anderem noch die beiden Immobilienentwickler Formart und HTP. Weitere kleinere Verkäufe schloss der Hochtief-Chef nicht aus.

Mit dem Kauf von mittelständischen Firmen will Fernández Verdes das Auslandsgeschäft weiter stärken. Hochtief schaue sich unter anderem in Nordamerika, Skandinavien und Großbritannien nach Zukäufen um, sagte er. Er bekräftigte, auf dem deutschen Markt bleiben zu wollen. "Wir sind Deutsche und müssen zeigen, dass wir auch auf dem Heimatmarkt erfolgreich sind."

Eine wichtige Rolle im Konzern spielt Fernández Verdes zufolge vor allem die australische Tochter Leighton. Erst jüngst stockten die Essener den Anteil auf knapp 59 Prozent auf.

Commerzbank belässt Hochtief auf 'Reduce' - Ziel 56 Euro

Bereinigt um Sondereffekte wie etwa Verkäufe und Abschreibungen gingen die Analysten von einem Gewinn in Höhe von knapp 187 Millionen Euro aus. Unter anderem hatte sich Hochtief von der Flughafensparte und dem Dienstleistungssegment in Europa getrennt.

Für das Jahr 2013 rechnen die Experten mit einer Dividende von 1,70 Euro je Aktie. Das wären 70 Cent mehr als im Vorjahr. Die Commerzbank hat die Einstufung für Hochtief nach Zahlen auf "Reduce" mit einem Kursziel von 56 Euro belassen. Der Bericht des Baukonzerns zum vierten Quartal sei gemischt ausgefallen, schrieb Analyst Norbert Kretlow in einer Studie vom Donnerstag.

Die Ankündigung, zehn Prozent der gehaltenen eigenen Aktien einzuziehen, dürfte Hoffnungen auf ein neues Rückkaufprogramm entfachen und das dürfte sich als wichtigste Triebfeder herausstellen.

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