17.10.2013 | Projekt

BUND bereitet Klage gegen Baupläne für Tempelhofer Feld vor

Freizeitgelände Tempelhofer Feld: Aktivisten laufen "Sturm" gegen die Bebauungspläne des Senats
Bild: Christa Nöhren ⁄

Der Berliner Senat will am Rand des Tempelhofer Feldes Häuser bauen und einen See anlegen. Der Umweltverband BUND will nun gegen diese Pläne klagen. Landesgeschäftsführer Tilmann Heuser teilte mit, dass derzeit ein Antrag auf einstweilige Verfügung vorbereitet werde.

Die Umweltschützer wollen verhindern, dass ein künstlicher See und ein Rundweg auf einem erhöhten Damm errichtet werden. Beide Maßnahmen plane die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung als naturschutzfachlichen Ausgleich dafür, dass am Rande des Feldes Wohnhäuser entstehen sollen, kritisierte Heuser. In Wahrheit aber seien weder Wasserbecken noch Damm naturschutzfachlich positiv einzuordnen.

Der künstliche See werde nach unten hin so abgedichtet, dass Regenwasser kaum versickern könne. "Das ist ein totes Gewässer", sagte der naturschutzpolitische Sprecher des BUND, Andreas Faensen-Thiebes. Für deutlich weniger Geld könne eine Sickermulde gebaut werden. Der aufgeschüttete Damm mit dem Rundweg solle durch die wertvollsten Flächen des gesamten Feldes gehen. Den Umweltschützern zufolge würden Brutreviere von etwa 35 Feldlerchen-Paaren beseitigt.

BUND: "Recht auf Bürgerbeteiligung verletzt"

Der BUND sieht zudem das Recht auf Bürgerbeteiligung verletzt. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung stelle ihre Pläne als alternativlos dar. Diskutiert werde nur über Details, nicht aber über das Gesamtkonzept. So gebe es in Berlin noch andere Flächen, auf denen Wohnungen entstehen könnten.

Gegen die Baupläne des Senats hatte es auch am Vorabend heftigen Widerstand gegeben. Bei einer Diskussionsveranstaltung mit Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) hatten Anhänger der Bürgerinitiative "100% Tempelhofer Feld" ihrem Ärger laut Luft gemacht. Die von Müller vorgestellten Bebauungspläne seien schon bis in alle Einzelheiten ausgearbeitet, kritisierten Aktivisten, die auf der Bühne das Wort an sich rissen. Eine frühzeitige Bürgerbeteiligung sei politisch überhaupt nicht gewollt und nur lästige Pflicht. Die Einwände der Bürger würden nicht ernst genommen.

Müller betonte, die Baupläne stünden noch nicht fest. Dank engagierter Bürger sei auch in der Vergangenheit schon mehrmals umgeplant worden. "Es ist wichtig, zu hören, welche Wünsche und Ansprüche es an diesen Ort gibt." Er wünsche sich ein "gemeinsames Ringen um die beste Lösung für das Feld". Erneut versprach der Senator: "Mit mir wird es eine Bebauung der 230 Hektar großen Freifläche in der Mitte des Feldes nicht geben." An drei Rändern sollen nach Senatsplänen dagegen Häuser für Wohnen und Gewerbe entstehen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Projektentwicklung, Stadtentwicklung

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