10.02.2016 | Unternehmen

Übernahme gescheitert: Aktionäre der Deutsche Wohnen lehnen Vonovia-Angebot mehrheitlich ab

Die Pläne von Vonovia sind geplatzt
Bild: Vonovia

Das Übernahmeangebot von Vonovia an die Aktionäre der Deutsche Wohnen ist gescheitert. Die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent des Aktienkapitals wurde mit 30,4 Prozent deutlich verfehlt.

Rolf Buch, CEO von Vonovia, kommentierte: "Eine wertschaffende Möglichkeit, den Markt weiter zu konsolidieren, kommt nicht zustande." Aufsichtsrat und Vorstand der Deutsche Wohnen begrüßten indes das klare Votum. „Wir freuen uns und bedanken uns bei unseren Aktionären, Mitarbeitern und Mietern für die Unterstützung“, sagt Michael Zahn, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Wohnen. „Unsere Argumente gegen die Transaktion haben den Markt überzeugt.“ Der Vorstand von Deutsche Wohnen hatte sich in den vergangenen Monaten erbittert gegen ein Zusammengehen mit dem im Dax notierten Vonovia-Konzern gewehrt. Inklusive Schulden hätte der Deal 14 Milliarden Euro betragen und wäre damit die größte je da gewesene Übernahme auf dem deutschen Wohnungsmarkt gewesen. Bei einem Erfolg von Vonovia wäre ein neuer Immobilienriese mit mehr als 510.000 Wohnungen entstanden.
Gegen diese breitere Konzentration auf dem deutschen Wohnungsmarkt hatte sich auch der Deutsche Mieterbund (DMB) ausgesprochen. Er freute sich nach dem Scheitern des Übernahmeversuchs, dass die "Gefahr einer übergroßen Marktmacht" nun abgewendet sei.

Aktienkurse profitieren

Auch die Anleger reagierten auf die Nachricht mit Freude: Die Vonovia-Aktien bauten ihre Gewinne am Mittwoch zeitweise auf mehr als 6 Prozent aus und die Papiere der Deutsche Wohnen auf über 8 Prozent. Den Tag beendete Vonovia mit einem Plus von 4,90 Prozent auf 26,855 Euro und war damit drittbester Wert im festen Dax. Auch die Deutsche-Wohnen-Papiere landeten im MDax mit einem Anstieg um 3,86 Prozent auf 23,020 Euro auf dem dritten Platz.

Die Vorgeschichte des Übernahmekrimis

Dem Übernahmekrimi vorausgegangen war, dass die Deutsche Wohnen Ende September 2015 angekündigt hatte, den Wettbewerber LEG übernehmen zu wollen. Danach hatte Vonovia entschieden, eine Alternative anzubieten. Voraussetzung dafür war, dass sich zunächst die Aktionäre der Deutsche Wohnen gegen einen Zusammenschluss mit der LEG aussprechen. Die Deutsche Wohnen zog daraufhin ihr Angebot für die LEG zurück. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung von Vonovia am 30. November 2015 erteilten rund 78 Prozent der Aktionäre Vonovia den Auftrag, den Aktionären der Deutsche Wohnen ein Übernahmeangebot zu unterbreiten.

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Schlagworte zum Thema:  Übernahme, Wohnungsmarkt

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