22.03.2013 | Sydney

Turbulenzen bei Hochtief-Tochter Leighton

Leighton-Mitarbeiter in Abu Dhabi
Bild: Leighton

Streit beim Baukonzern Hochtief um die Unabhängigkeit der australischen Tochter Leighton, spaltet deren Verwaltungsrat: Der Vorsitzende Stephen Johns und zwei weitere von fünf ungebundenen Mitgliedern haben ihre Ämter niedergelegt.

"Sie finden, dass Hochtief bei Leighton keinen unabhängigen Verwaltungsrat mehr duldet", teilte der größte australische Baukonzern mit. Die Beziehung zum Mehrheitseigner sei in ihren Augen zerbrochen. Johns hatte die Sorge geäußert, dass das Unternehmen nach der Hochtief-Übernahme durch den spanischen Konzern ACS von 2011 seine Eigenständigkeit verlieren würde.

Das sehen aber offenbar nicht alle so, denn zwei weitere unabhängige Gremiumsmitglieder hielten an ihren Posten fest. Sie hätten eine andere Meinung zu bestimmten Vorfällen aus den vergangenen Monaten, die man unterschiedlich interpretieren könne, teile Leighton weiter mit, nannte aber keine Details. Beide Mitglieder gingen nicht davon aus, dass Hochtief nicht länger zu der Eigenständigkeit der Australier stehe.

Das betont auch der Essener Konzern: Man unterstütze das Management von Leighton und wolle auch weiterhin unabhängige Mitglieder im Verwaltungsrat haben, sagte ein Sprecher.

Die Konzernmutter ACS hatte bei ihrer Bilanzvorlage Anfang März angekündigt, zum Abbau ihres Schuldenbergs mehrere Geschäftsbereiche zu stutzen. Von den Australiern hieß es offiziell, man gehe davon aus, dass die Unabhängigkeitsvereinbarung zwischen Leighton und Hochtief weiterhin Bestand haben werde. Sie ist zwar nicht schriftlich fixiert, wird aber seit Jahrzehnten eingehalten. Auch die Essener wollen die "gute Zusammenarbeit" fortsetzen, wie der Sprecher sagte. Hochtief hält rund 54 Prozent an Leighton.

Leighton gilt als eine Ertragsperle im Hochtief-Konzern und hatte 2012 rund 362 Millionen Euro Gewinn gemacht. Damit trug das Unternehmen maßgeblich zu den 158 Millionen Euro Überschuss von Hochtief bei. Die Konzernmutter ACS hatte im vergangenen Jahr über 1,9 Milliarden Euro Verlust eingefahren und will vor allem ihre Schuldenberg abbauen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Baukonzern

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