19.12.2013 | Projekt

Siegerentwürfe für neue Berliner "Landesbibliothek" stehen fest

Der Stuttgarter Entwurf für das neue ZLB: Kohlmeyer und Oberst waren die Überraschung des Wettbewerbs
Bild: Kohlmeyer-Oberst-Architekten

Zwei Entwürfe sind noch im Rennen im Wettbewerb für den 270 Millionen Euro schweren Bau der neuen Berliner "Landesbibliothek", die am Rand des Tempelhofer Feldes realisiert werden soll: Sieger sind die Architekten Sarah Miebach und Rico Oberholzer aus Zürich sowie Regina Kohlmayer und Jens Oberst aus Stuttgart.

Die endgültige Entscheidung, wer den Zuschlag erhält, wurde auf Frühjahr 2014 vertagt. Der Bau der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) auf dem alten Flughafengelände ist in Berlin umstritten. Dagegen läuft ein Volksentscheid - sollte er erfolgreich sein, würde auch die neue Bibliothek dort möglicherweise nicht gebaut.

Dieses Risiko sei bei Ausschreibungen für öffentliche Gebäude aber häufig gegeben, sagte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Sie stellte gemeinsam mit Kulturstaatssekretär André Schmitz, dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung der ZLB, Volker Heller, und der Juryvorsitzenden Jórunn Ragnarsdóttir die Entwürfe vor. Auch die Architekten selbst waren dabei.

Besonders der Erfolg des jungen Teams aus Zürich war überraschend. Baudirektorin Lüscher beschrieb ihren Entwurf als neungeschossigen "gläsernen Kristall". Der Entwurf der Stuttgarter Architekten scheine zu schweben und habe fünf Geschosse, sagte sie.

Rund 300 Mitarbeiter sollen in die neue Bibliothek mit einer Nutzfläche von etwa 51.000 Quadratmetern ziehen. Bislang sind sie auf drei Standorte verteilt. Noch in der bis 2016 laufenden Legislaturperiode ist der erste Spatenstich für den Neubau geplant. Ende 2021 soll die "Superbibliothek" fertig sein.

 Das Abgeordnetenhaus habe weiterhin Diskussions- und Beratungsbedarf zum ZLB-Neubau, sagte der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, Stefan Evers. Auch dem laufenden Tempelhof-Volksbegehren solle nicht vorgegriffen werden. Ein Wettbewerbsergebnis zu präsentieren, bevor ein Baurecht diskutiert und geschaffen worden sei, sei vorschnell und dreist, kritisierte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Antje Kapek. Sinnvoller sei eine Prüfung von Alternativstandorten in Bestandsgebäuden wie dem alten Flughafengebäude selbst.

 

Schlagworte zum Thema:  Projektentwicklung, Bibliothek, Berlin, Architekt

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