| Bonn

Prozess um WCCB zieht sich in die Länge

Das WCCB sollte das Schmuckstück im alten Bonner Regierungsviertel werden
Bild: Foto : Michael Sondermann

Das Bonner Landgericht wird im Prozess um den Bauskandal beim Konferenzzentrum WCCB nicht wie geplant am 6. März das Urteil sprechen. Nachdem bereits die Plädoyers gehalten wurden, soll nun noch einmal mit der Beweisaufnahme fortgefahren werden.

Das sagte Gerichtssprecher Philipp Prietze. Dazu sollen alle ehemaligen 46 Stadträte als Zeugen gehört werden. Der Bonner Stadtrat hatte im Dezember 2005 für die Vergabe des WCCB-Projektvertrags an den Hauptangeklagten Man-Ki Kim gestimmt.

Vor Gericht soll nun geklärt werden, auf welcher Informationsbasis die Stadträte ihre Entscheidung fällten, die später in Insolvenzen führte. Seit dreieinhalb Jahren gibt es wegen der Finanzaffäre beim World Conference Center Bonn (WCCB) einen Baustopp.

Kim wird Betrug, Untreue und Bestechung vorgeworfen. Er soll die Stadt Bonn mit seiner Firma SMI Hyundai über seine Finanzkraft getäuscht haben. Dabei soll der wahrheitswidrige Eindruck erweckt worden sein, dass der südkoreanische Konzern Hyundai hinter Kims Firma stand. Die Staatsanwaltschaft hat für Kim sieben Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung hatte die Anhörung der Stadträte beantragt.

Das WCCB im alten Bonner Regierungsviertel sollte das Schmuckstück der UN-Stadt werden. Der Mammutprozess zum Finanzdesaster schleppt sich bereits seit September 2011 hin. Die Stadt will den Konferenzsaal in eigener Regie zu Ende bauen.

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