| Mipim 2014

ZIA fordert schnelles Handeln in Sachen "altersgerechtes Wohnen"

Mipim 2014
Bild: Mipim

Zum 25. Jubiläum präsentierte sich die internationale Immobilienmesse Mipim in Cannes in guter Verfassung: 20.000 Fachbesucher, 4.300 Investoren und knapp 2.000 Firmen, Projektentwickler, Stadt- und Regionalplaner hatten die Themen Umwelt und Demografie im Fokus. Auf dem Gebiet "altersgerechtes Wohnen" ist laut ZIA-Chef Dr. Andreas Mattner rasches Handeln gefragt und "eine Allianz zwischen Stadtentwicklung und Pflegeversicherung erforderlich".

Neben der Präsentation seines Frühjahrsgutachtens zu den deutschen Immobilienmärkten, nutzt der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) die Mipim seit Jahren, um für den Standort Deutschland zu werben und Marktteilnehmer für seine Themen zu sensibilisieren.

Aktuell zählt dazu die Forderung nach größerem öffentlichen Engagement beim sozialen und altersgerechten Wohnungsbau. Ein brennendes Thema: Angesichts des demografischen Wandels müssen jüngsten Schätzungen (BID) zufolge in Deutschland allein bis 2020 drei Millionen Wohnungen altengerecht umgebaut werden. Die Kosten: 38 bis 40 Milliarden Euro.

Gerade mit Blick auf den Versorgungsengpass, der sich bei Pflegeheimen abzeichnet, ist ZIA-Chef Mattner zufolge rasches Handeln gefragt: „Hierzu ist eine Allianz zwischen Stadtentwicklung und Pflegeversicherung erforderlich.“ Pflegestationen in jedem Quartier, die eine Versorgung in der eigenen Wohnung ermöglichen, könnten zur Lösung betragen. Details, wie die Kooperation zwischen Krankenkassen und Wohnungswirtschaft konkret aussehen könnten, will der ZIA auf dem "Tag der Immobilienwirtschaft" am 14. Mai in Berlin präsentieren.

Metropolen im Dilemma

Seit ihrer Erstauflage 1990 hat sich die Immobilienmesse an der Cote d’Azur zu einer der weltweit wichtigsten Messen rund um das Immobilienbusiness entwickelt. Doch ist die Mipim längst nicht mehr nur ein Marktplatz für Immobilienentwickler, -Investoren und –Finanzierer: Seit einigen Jahren finden auch immer mehr Vertreter von Städten im Frühjahr den Weg nach Cannes; zum einen, um sich dort als Wirtschaftsstandort zu präsentieren, zum anderen aber auch, weil die Messe die Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch bietet.

Bedarf dazu gibt es mit Blick auf die weltweit zunehmenden Herausforderungen in Sachen Stadtentwicklung zur Genüge. So sehen sich inzwischen auch in Europa viele Metropolen zunehmend vor dem Dilemma: je attraktiver der Wirtschaftsstandort, desto höher über kurz oder lang die Boden- und in der Folge die Immobilienpreise. Und desto teurer die Mieten, was große Teile der Bevölkerung auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum ins Umland abwandern und zu Pendlern mutieren lässt, denn gearbeitet wird weiterhin im Zentrum. Weitsichtige Politiker erkennen Handlungsbedarf, wie die Mipim zeigte.

300.000 neue Wohnungen für London

So nutzte etwa Londons Bürgermeister Boris Johnson seine Gastrede in Cannes dazu, Immobilienentwickler und Investoren zum Schulterschluss für bezahlbaren Wohnraum in der britischen Hauptstadt aufzufordern. Bis 2030 sollen in London bis zu 300.000 Wohnungen entstehen; genügend Fläche, um diese Projekte zu realisieren, steht anscheinend bereit.

Kern des „New Deals“: Neuer Wohnraum in London soll vor allem an Londoner verkauft/vermietet werde, nicht an ausländische Investoren. „Ich gehe davon aus, dass Entwickler 42.000 neue Wohnungen pro Jahr erstellen können – doch ich fordere dabei einen höheren Anteil von bezahlbarem Wohnraum“, so Johnson.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienmesse, Mipim

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