Vonovia will von der ungebremsten Nachfrage nach Wohnraum profitieren und viel mehr bauen Bild: PhotoDisc Inc.

Vonovia hat im ersten Halbjahr 2017 deutlich mehr verdient als im Jahr zuvor: Das operative Ergebnis wurde um 18 Prozent auf 457,7 Millionen Euro gesteigert. Als Grund gab der Dax-Konzern höhere Mieteinnahmen an: diese stiegen um 7,6 Prozent auf 833,2 Millionen Euro. In den kommenden Jahren will Vonovia immer mehr auch in den Neubau investieren, jährlich eine Milliarde Euro: alleine in diesem Jahr sollen es 730 Millionen Euro sein.

Der Konzernüberschuss kletterte in den ersten sechs Monaten 2017 auf rund eine Milliarde Euro (Vorjahr: 147,9 Millionen Euro). Hier habe man von einer Aufwertung des Immobilienvermögens profitiert, teilten die Bochumer mit. So hatte Vonovia im erstem Quartal 2017 den Wiener Konkurrenten Conwert mit Wohnungen in Leipzig, Berlin, Potsdam und Dresden für rund 2,7 Milliarden Euro übernommen und im Jahr zuvor Wohnungen in Nordrhein-Westfalen an den Mitbewerber LEG Immobilien veräußert.

Für das laufende Jahr prognostiziert Vonovia auch weiterhin ein operatives Ergebnis von 900 bis 920 Millionen Euro, nach 760,8 Millionen Euro im Jahr 2016. Zudem geht das Unternehmen von einer weiteren Wertsteigerung der Immobilien aus. Im ersten Halbjahr war der Wohnungsbestand bereits um 1,5 Milliarden Euro aufgewertet worden.

Vonovia auf dem Weg zu einem der größten deutschen Projektentwickler

Die Aufwendungen für die Instandhaltung und Modernisierung legten dem Unternehmen zufolge im ersten Halbjahr 2017 um mehr als die Hälfte auf 456,4 Millionen Euro zu. Um von der starken Nachfrage nach Wohnraum in den Großstädten zu profitieren, will Vonovia in den nächsten Jahren rund eine Milliarde Euro pro Jahr nicht nur in Dachaufstockungen und Modernisierungen, sondern auch in den Neubau stecken. Von den 730 Millionen Euro für dieses Jahr, seien bereits 98 Prozent verbaut oder beauftragt, hieß es.

"Unser Investitionsprogramm ist auf Kurs", sagte Rolf Buch, Vorstandchef von Vonovia.

Vonovia will jährlich rund 2.000 Wohnungen bauen, wie Buch vor ein paar Tagen bekannt gab. Damit könne Vonovia zu einem der größten Projektentwickler im Wohnungsbau in Deutschland werden, so Buch. Projektentwicklungen liegen im Trend. Der serielle Neubau durch Aufstockung und die Nachverdichtung schreite besonders gut voran. Insgesamt könne der Immobilienkonzern 30.000 Wohnungen auf eigenen Grundstücken bauen (Buch: "Wir haben ganz viele Wohnungen im Köcher"). Wie viele Wohnungen letztlich gebaut würden, hinge von den Genehmigungen ab.

Wachstum durch Großübernahmen: Der Appetit ist groß

Das Unternehmen ist in den vergangenen Jahren vor allem durch Großübernahmen (Gagfah, Südewo und Franconia) stark gewachsen. Zuletzt kam der Wiener Immobilienkonzern Conwert hinzu. Buch ist seit vier Jahren Chef des Konzerns (damals noch Deutsche Annington) und wurde Anfang 2017 für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. Unter seiner Regie wurde aus einem Unternehmen im Jahr 2013 eine börsennotierte Gesellschaft mit einem breiten Streubesitz. Vor zwei Jahren zog Vonovia als erstes Immobilienunternehmen in den Dax ein.

Und Vonovias Appetit ist weiterhin groß – Buch sieht das Potenzial längst nicht ausgeschöpft.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienunternehmen, Miete, Gewinn

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