14.10.2015 | Unternehmen

Vonovia bietet neun Milliarden für Deutsche Wohnen

Vonovia will Deutsche Wohnen schlucken
Bild: Vonovia

Der Wohnungskonzern Vonovia will den Konkurrenten Deutsche Wohnen schlucken. Der Deal soll knapp neun Milliarden Euro wert sein. Vonovia wolle damit die Übernahme von LEG durch die Deutsche Wohnen torpedieren, so Spekulationen am Markt. Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Wohnen halten am Angebot zum Zusammenschluss mit der LEG fest. Der Mieterbund kritisierte den Milliardendeal.

Die von Vonovia in Aussicht gestellte Prämie von 7,4 Prozent sei unattraktiv und inadäquat, teilte die Führung der Deutsche Wohnen AG mit. Vor diesem Hintergrund weist das Unternehmen den Vorstoß der Vonovia zurück. Jetzt liegt es an den Aktionären.

Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa berichtet, sei Voraussetzung für das Gebot, dass die Deutsche-Wohnen-Aktionäre bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 28. Oktober die geplante Übernahme von LEG ablehnen. Das Bundeskartellamt hat diese Übernahme bereits genehmigt. Das Bundeskartellamt hat diese Übernahme bereits genehmigt.

Den Deutsche-Wohnen-Aktionären sollen je elf Anteile 83,14 Euro in bar sowie sieben eigene Aktien geboten werden, teilte der früher unter dem Namen Deutsche Annington firmierende Konzern mit.

Eine Deutsche-Wohnen-Aktie werde auf Basis dieser Offerte mit 25,86 Euro bewertet. Gemessen an der aktuellen Aktienzahl liegt der Wert des Gebots damit bei knapp neun Milliarden Euro. Inklusive der Schulden von Deutsche Wohnen beläuft sich der Wert der Transaktion nach Vonovia-Angaben auf 14 Milliarden Euro. Am Aktienmarkt zogen die Deutsche-Wohnen-Papiere an, Vonovia- und LEG-Anteile gaben nach.

Vonovia hatte sich erst im vergangenen Jahr den Konkurrenten Gagfah für 3,9 Milliarden Euro einverleibt und auch danach noch weiter zugekauft.

Deutsche Wohnen wiederum hatte 2013 den Wettbewerber GSW übernommen und im September den LEG-Kauf angekündigt.

Mieterbund fordert Wohnungsneubau statt Wohnungsdeal

"Durch Fusionen, An- und Verkäufe von Wohnungen und Wohnungsunternehmen entsteht keine einzige neue Wohnung für den Deutschen Wohnungsmarkt", sagte der Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB), Lukas Siebenkotten.

Anstatt Wohnungshandel sei Wohnungsneubau notwendig. "Aktuell fehlen 800.000 Wohnungen in Deutschland. Mindestens 400.000 Wohnungen müssten pro Jahr neu gebaut werden, mindestens 140.000 mehr, als zurzeit fertiggestellt werden", so Siebenkotten.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsunternehmen, Übernahme

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