10.12.2015 | Unternehmen

Vonovia begibt drei Milliarden-Euro-Anleihe für Kauf von Deutsche Wohnen

Vonovia will 14 Milliarden Euro für den Konkurrenten Deutsche Wohnen zahlen
Bild: Vonovia

Der Wohnungskonzern Vonovia hat Anleihen mit einem Volumen von drei Milliarden Euro platziert. Die Emissionserlöse sollen zum Kauf der Deutsche Wohnen verwendet werden. Damit sei die Barkomponente des Übernahmeangebots langfristig refinanziert, teilte das Unternehmen mit. 

Der gewichtete Zinskupon beträgt Vonovia zufolge 1,69 Prozent pro Jahr. Die Emission sei mehr als zweifach überzeichnet gewesen.

Vonovia (früher Deutsche Annington) hatte vor wenigen Tagen grünes Licht vom Kartellamt für die Übernahmepläne erhalten. Die eigenen Aktionäre haben den Deal und eine Kapitalerhöhung dafür auf der Hauptversammlung Ende November abgenickt.

Vonovia bietet für den Kauf des Konkurrenten rund 14 Milliarden Euro, stößt aber bei seinem Angebot auf den Widerstand des Deutsche-Wohnen-Vorstands, der einen Zusammenschluss als "wertvernichtend" ablehnt.

Die Deutsche Wohnen hatte Ende November überraschend für rund 1,2 Milliarden Euro mehr als 10.000 Wohnungen vom kleineren Rivalen Patrizia gekauft, vermutlich auch, um damit die Übernahmepläne zu torpedieren.

Die Entscheidung liegt jetzt bei den Aktionären der Deutsche Wohnen. Sie haben bis zum 26. Januar Zeit zu überlegen, ob sie das Angebot von Vonovia annehmen wollen. Damit die Übernahme zustande kommt, müssten dem Bochumer Konzern mindestens 50 Prozent plus eine Aktie angeboten werden. Vonovia wäre nach der Übernahme rund viermal so groß wie der nächste Konkurrent.

Sollte die Übernahme scheitern, werde Vonovia das Geld zur Refinanzierung anderer Verbindlichkeiten und für allgemeine Geschäftszwecke verwenden, erklärte eine Sprecherin auf Nachfrage.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienunternehmen, Anleihe

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