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Verkauf ehemaliger Hertie-Häuser kommt in Schwung

Einer der offenen Standorte: Das Hertie-Kaufhaus in Görlitz
Bild: Olga Meier-Sander

Fünf Jahre nach der Insolvenz der Warenhauskette Hertie geht es mit dem Verkauf der Kaufhäuser voran: Innerhalb eines halben Jahres seien sieben von 32 Häusern verkauft worden, teilte die Leerstands-Initiative ehemaliger Hertie-Standorte mit.

Die Initiative hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Immobilien innerhalb von zwei Jahren zu vermarkten, aber noch immer liegen mehr als zwei Dutzend alter Kaufhäuser brach. Die Bürgermeister setzen alles daran, neue Eigentümer zu finden und das Baugesetzbuch zu ändern.

Der parallel gestartete Versuch einer Bundesratsinitiative, um über eine Änderung des Baugesetzbuchs direkten Zugriff auf lange Zeit leerstehende Immobilien zu gewinnen, sei momentan nicht eins zu eins umzusetzen, sagte Kamens Bürgermeister Hermann Hupe (SPD).

Einige Länder rückten den Änderungsvorschlag in die Nähe von Enteignung. Die Initiative will jetzt noch weitere Antworten der Länder abwarten und dann die Lage analysieren.

Der zentrale Vermarkter CR sieht noch gute Chancen, weitere Häuser an den Mann zu bringen. Nach der Insolvenz von Hertie im Jahr 2008 konnte zunächst die Hälfte der 64 Immobilien neu genutzt werden. Dann passierte jahrelang nichts. Inzwischen sind die britisch-niederländischen Eigentümer ebenfalls insolvent. Die Initiative habe mit den niederländischen Insolvenzverwaltern einen besseren Ansprechpartner.

In den vergangenen Monaten wurden die Standorte Cuxhaven, Stade, Peine, Husum, Tuttlingen, Meschede und Kamen vermarktet. Ein achter Standort folge in einer Woche, sagte Sebastian Mogos-Lindemann von CR Investment Management.

Offen sind noch 25 Standorte, 14 davon in NRW. Es handelt sich um Velbert, Bocholt, Eschweiler, Gelsenkirchen, Gladbeck, Gronau, Herne, Höxter, Hilden, Hückelhöven, Köln-Porz, Lünen, Nettetal und Remscheid sowie Bingen am Rhein, Deggendorf, Delmenhorst, Görlitz, Idar-Oberstein, Itzehoe, Neustadt an der Weinstraße, Niebüll, Mölln, Rendsburg und Schleswig.

Die im Jahr 1882 gegründete Warenhauskette Hertie war in 1993 vom Karstadt-Konzern übernommen worden, die Häuser wurden umbenannt. Im Jahr 2005 verkaufte die damalige Karstadt-Quelle 74 Häuser an britische Finanzinvestoren, die später den Namen Hertie wiederbelebten. In 2008 meldete das Unternehmen Insolvenz an. Rund 2.600 Mitarbeiter verloren ihren Job.

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