02.07.2013 | Unternehmen

Verkauf des Grand Hotels Heiligendamm "wackelt"

Heiligendamm: Der Betrieb läuft unter der Leitung des Insolvenzverwalters weiter
Bild: Florentine ⁄

Weil die vereinbarte Anzahlung zur Übernahme des insolventen Grand Hotels Heiligendamm ausblieb, ist der Verkauf des Luxus-Hotels offenbar weiter fraglich. Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum und der Käufer, eine Berliner Investorengruppe, sind sich über den Vertrag nicht einig.

Kurz vor einer Mitarbeiterversammlung teilte Zumbaum am Montag überraschend mit, dass die geplante Betriebsübergabe zunächst nicht zustande kommt, "da der dafür vorgesehene Teilkaufpreis noch nicht bezahlt ist". Er sei über den Verlauf des Vorgangs nicht glücklich, sagte der Insolvenzverwalter der Nachrichtenagentur dpa.

Über die Fälligkeit der Anzahlung bestehe Uneinigkeit zwischen den Beteiligten, sie sei aber Voraussetzung für den Betriebsübergang. Der Sprecher der betroffenen Berliner Palladio AG, Frank Schmeichel, bestätigte: "Die Fälligkeit der Zahlung wird als streitig angesehen. Ansonsten ist das Sache der Parteien und es wird nicht öffentlich ausgetragen."

Zumbaum zeigte sich zuversichtlich, dass das Geschäft trotz des Streits zustande kommt. Er informierte am Montag 120 Mitarbeiter des Grand Hotels über die Situation. Die Beschäftigten wirkten gefasst, als sie die Versammlung später verließen. Solang der Verkauf noch nicht perfekt ist, führt der Insolvenzverwalter den Betrieb des Fünf-Sterne-Plus-Hotels fort.

NDR: Unterlegene Bieter machen sich wieder Hoffnung

Das Schweriner Wirtschaftsministerium äußerte sich unterdessen zurückhaltend zu den Vorgängen. "Der Insolvenzverwalter hat das Ruder in der Hand. Wir vertreten unsere Belange im Gläubigerausschuss. Das Wirtschaftsministerium hat ein Interesse daran, dass der Käufer den Standort als Hotelareal fortsetzt und weiterentwickelt", sagte Ministeriumssprecher Gunnar Bauer.

Formalitäten spielen offenbar ebenfalls eine Rolle bei der Verzögerung. "Verträge zu Immobilien sind auch immer von Genehmigungen und Zustimmungen abhängig. Darüber gibt es einen gewissen Streit, ob die alle beigebracht sind", so der Insolvenzverwalter. Es sei aber davon auszugehen, dass die Unterlagen zeitnah vorliegen werden oder bereits da sind.

Die Nachricht über den vorerst gescheiterten Betriebsübergang hat laut einem Bericht des NDR erneut das Interesse von unterlegenen Bietern für das Grand Hotel geweckt. Sie sollen sich bereits am Vormittag erneut beim Insolvenzverwalter gemeldet haben. Neue Investoren würden derzeit aber nicht gesucht. Dies könnte erst nach einem Scheitern des aktuellen Vertrags geschehen, hieß es.

Anfang Mai hatte Zumbaum die Berliner Beratungs- und Immobilienfirma Palladio AG und die Investitionsgesellschaft De & De Holding GmbH als Käufer präsentiert. Deren gemeinsame Firma Resort Heiligendamm GmbH & Co KG sollte die Geschäfte führen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Hotelimmobilie, Insolvenz

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