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TAG plant Chefwechsel und Aktienrückkauf

Rolf Elgeti gibt überraschend den Chefposten bei TAG ab
Bild: TAG Immobilien AG

Rolf Elgeti, Vorstandschef des Immobilienkonzerns TAG, scheidet zum 31. Oktober vorzeitig aus dem Vorstand aus, wie das Unternehmen mitteilte. Er wird in den Aufsichtsrat wechseln und dort den Vorsitz übernehmen. Zugleich kündigte TAG einen umfangreichen Rückkauf eigener Aktien an, anstatt in weitere Wohnungen zu investieren.

Die TAG-Aktie reagierte am Freitag mit einem Kursverlust auf die Nachrichten. Zu Handelsbeginn an der Frankfurter Börse verlor das Papier 0,36 Prozent auf 8,90 Euro zu. Mit dem Rücktritt Elgetis sei eines der größten Risiken eingetreten, schrieb Commerzbank-Analyst Thomas Rothäusler.

Der Manager sei mit seiner Branchenkenntnis und seinem Finanzwissen für das Immobilienunternehmen seit 2009 von zentraler Bedeutung gewesen. Anfang August berichtete das "Handelsblatt" über Insider, die davon sprachen, dass TAG zum Verkauf stehe.

Bei dem Aktienrückkauf geht es um bis zu rund 13,1 Millionen Papiere zum Stückpreis von 8,35 bis 9,35 Euro. Je nach Preis und Zahl der angebotenen Anteilsscheine könnten fast 123 Millionen Euro an die Aktionäre zurückfließen. Die Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien würde dabei um bis zu zehn Prozent sinken. Aktionäre können ihre Papiere vom 15. September bis 14. Oktober mit einem Preisvorschlag dem Unternehmen andienen. Aus diesen Vorschlägen errechnet sich dann der tatsächliche Angebotspreis.

Zur Wahl Elgetis in den Aufsichtsrat will das Unternehmen frühestens Mitte Oktober zu einer außerordentlichen Hauptversammlung einladen. Dies müssten mehr als 25 Prozent der Aktionäre unterstützen. Damit will das Unternehmen eine Ausnahme im deutschen Aktiengesetz nutzen. Denn eigentlich dürfen einstige Vorstandsmitlieder erst nach einer zweijährigen Auszeit in den Aufsichtsrat wechseln. Bei der Versammlung will sich der Konzern auch weitere Aktienrückkäufe genehmigen lassen.

Derzeit verfügt TAG Immobilien über flüssige Mittel von mehr als 250 Millionen Euro, die unter anderem aus dem lukrativen Verkauf von Gewerbe- und Wohnimmobilien stammen. Angesichts gestiegener Immobilienpreise peilt der Vorstand den Verkauf weiterer Immobilien an, so dass dem Konzern weiter frisches Geld zufließen dürfte.

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