Der ULI Germany Award for Excellence 2017 wird an das Münchner Neubaugebiet "Domagkpark" verliehen. In Zusammenarbeit von Genossenschaften, Baugemeinschaften, Projektentwicklern und der Stadt München ist aus der ehemaligen Kaserne und späteren Künstlerkolonie Wohnraum entstanden. 50 Prozent der Wohnungen sind öffentlich gefördert. Der Award wird jährlich an Entwickler und Kommunen verliehen.

„Das Münchner Stadtentwicklungsvorhaben Domagkpark ist ein herausragendes Beispiel realisierungsorientierter Stadtplanung", begründete der Juryvorsitzende Professor Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg, die Entscheidung. Der Domagkpark gilt als Vorbildprojekt für innovative Architektur- und Wohnkonzepte. Im Rahmen des Pilotprojekts "Civitas eccentric" werden hier in den kommenden vier Jahren alternative Mobilitätskonzepte getestet.

Das 24,3 Hektar große Areal liegt im Nordosten von München. Hier werden noch in diesem Jahr rund 1.600 Wohnungen für alle Einkommensgruppen sowie kleinteiliger Einzelhandel, Büros und Räume für soziale Nutzungen entstehen. Eine Grundschule, vier Kitas, ein Haus für Kinder, Jugend und Familie, Wohnungen für Studierende und barrierefreie Wohnungen gehören ebenfalls zum Angebot.

Domagkpark München Quartiersplatz

Erbaut von 1936 bis 1938 wurde die Kaserne nach dem Zweiten Weltkrieg von der US-Armee übernommen und als Flüchtlingslager genutzt. Von 1955 bis 1992 war die Funkkaserne Bundeswehr-Standort. Danach wurden die Gebäude als Ateliers, Werkstätten, Clubs und Veranstaltungshallen genutzt. Bis 2009 war das Areal mit den Domagkateliers Europas größte Künstlerkolonie. Ein Teil der Ateliers und die Halle 50 am östlichen Rand des Gebiets wurde von der Landeshauptstadt München saniert. Diese werden selbstverwaltet von der DomagkAteliers gGmbH.

Namensgeber für das Quartier ist Gerhard Domagk (1895 bis 1964). Für seine Entdeckung der antibakteriellen Wirkung des Sulfonamid-Farbstoffs Prontosil erhielt der Pathologe 1939 den Nobelpreis für Medizin.

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