Smart Home: Bauwens digitalisiert "Gleis Park" in Berlin

Das Immobilienunternehmen Bauwens hat damit begonnen, 110 Apartments im Berliner Wohnprojekt "Gleis Park" mit der Smart-Home-Technologie des PropTechs Sensorberg auszustatten. Die ersten Bewohner sollen Ende 2019 einziehen.

Die Wohnungen unter dem Projektnamen "Gleis Park" am Gleisdreieck in Berlin-Kreuzberg wurden auf einem Areal errichtet, das ursprünglich für die Trassenführung der geplanten S-Bahn-Linie 21 vorgesehen war. Für das Wohnprojekt wurde zunächst das von Renzo Piano entworfene Debis-Parkhaus teilweise zurückgebaut.

"Durch den Teilabbruch des Parkhauses können wir hier Wohnraum in einer Top-Lage schaffen, ohne auch nur einen Quadratmeter Grünfläche anzutasten." Matthias Terfrüchte, Projektentwickler bei Bauwens

Der Entwurf der neuen Wohngebäude stammt von KSP Jürgen Engel Architekten aus Berlin. Neben dem Bau der vier Wohnhäuser wird parallel der nicht abgebrochene Teil des Parkhauses modernisiert. 730 Stellplätze bleiben erhalten. Baustart war im Oktober 2017. Aktuell läuft der Innenausbau.

Gleis Park Wohnungen Berlin Inneneinrichtung
"Gleis-Park"-Wohnungen in Berlin: Jetzt geht es an die Inneneinrichtung

110 von 178 Wohneinheiten werden Smart Homes

Nun haben der Grundstückseigentümer und Bauherr Bauwens (Köln) sowie das PropTech Sensorberg (Berlin) damit begonnen, das Wohnprojekt am Schöneberger Ufer zu digitalisieren. Von den insgesamt 178 neuen Miet- und Eigentumswohnungen sowie voll möblierten Apartments auf rund 11.400 Quadratmetern Wohnfläche werden 110 Wohneinheiten mit der Smart-Home-Technologie von Sensorberg ausgestattet.

"Durch die Digitalisierung machen wir die Immobilie vor allem zukunftsfähig. ... Wir müssen uns heute fragen, was die Menschen im Jahr 2025 erwarten und jetzt die dafür nötige Infrastruktur schaffen." Dr. Alexander Reichhuber, Managing Partner bei der Bauwens-Tochter Bauwens digital

An den Eingangstüren zu den Gebäuden und an den Türen werden zur Steuerung von Zugang und Smart-Home-Elementen sogenannte "Access Hubs" – spezielle Kontakt- und Verbindungspunkte – des auf die Digitalisierung von Wohn- und Büroimmobilien spezialisierten PropTechs Sensorberg installiert. Via Smartphone können die Mieter dann ihr Gebäude und ihre Wohnungen betreten. Die dafür notwendigen Zugangsberechtigungen werden verschlüsselt auf den jeweiligen Endgeräten gespeichert.

Access Hub von Sensorberg zur Steuerung von Smart-Home-Elementen
"Access Hub" von Sensorberg zur Smart-Home-Steuerung

Außerdem setzt Bauwens die vom PropTech "Living 25" entwickelte cloudbasierte App "Living25" ein, über welche die Bewohner zudem Licht, Fußbodenheizung oder Jalousien steuern können. Der Energieverbrauch kann in Echtzeit nachvollzogen werden. Auch hier lassen sich via Smartphone Strom-, Wasser- und Wärmeverbrauch gezielt regulieren. Über die App können auch Extra-Services wie die Nutzung von Waschmaschinen und Trocknern hinzu gebucht werden.

Die Daten bleiben beim Nutzer

Ein entscheidendes Thema bei der Digitalisierung ist die Datensicherheit.

"Jede Wohnung verfügt über ein autarkes digitales System. Die jeweiligen Daten bleiben also beim Nutzer." Sensorberg-CEO Michael von Roeder

Nur in absoluten Ausnahmefällen sollen laut Roeder beispielsweise der Vermieter oder Wartungsfirmen Zugriff auf die Daten haben, soweit ein Nutzer zustimmt.

Neben den Mietern soll auch der Vermieter von der Digitalisierung der Wohnhäuser profitieren: Die Buchung von Extra-Services etwa lässt sich zentral steuern, und die Gebäude können durch das komplett digitalisierte Mietermanagement effizienter verwaltet werden.


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