16.12.2013 | Prozess

Schaden im S&K-Betrugsfall fast doppelt so hoch

Uhren, Schmuck, Villen, Autos: Die S&K-Chefs liebten es luxuriös
Bild: MEV-Verlag, Germany

Der Schaden aus dem Anlagebetrug um die Immobiliengruppe S&K ist etwa doppelt so hoch wie zunächst angenommen: Es könne sich durchaus um bis zu 200 Millionen Euro handeln, bestätigte die Frankfurter Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Das bisher beschlagnahmte Vermögen deckt nur ein Fünftel des Schadens ab.

Bislang war in dem extrem komplexen Verfahren mit rund 10.000 getäuschten Anlegern von rund 105 Millionen Euro Schaden die Rede gewesen. Die Ermittler haben zudem den Schätzwert der von ihnen arrestierten Vermögensgegenstände auf rund 40 Millionen Euro hochgesetzt, aus denen Gläubiger befriedigt werden können. Das wäre ein Fünftel der nun angenommenen Schadenssumme. Im Bundesanzeiger wurden im September die Vermögenswerte von zwölf namentlich genannten Beschuldigten aufgelistet, darunter die mutmaßlichen Haupttäter und Firmengründer Jonas Köller und Stephan Schäfer. Auf der umfangreichen Liste finden sich neben Bargeld, Grundstücken und Bankguthaben auch Sachwerte wie Goldbarren, Fahrzeuge und hochwertige Uhren.

Auch rund zehn Monate nach den Razzien und Festnahmen bei der S&K sowie rund 150 verbundenen Firmen sitzen acht Beschuldigte noch in Untersuchungshaft. Die eigentlich nach sechs Monaten anstehende Haftprüfung durch das Oberlandesgericht Frankfurt steht laut Staatsanwaltschaft noch aus. Vor allem Schäfer dürfte nach seinem Fluchtversuch im September, bei dem er sich schwer verletzte, nur geringe Aussichten auf eine Entlassung haben. Für ihn und die übrigen haben die Staatsanwälte Verdunkelungsgefahr geltend gemacht.
Die Staatsanwaltschaft verwies auf die extrem aufwendigen Ermittlungsarbeiten unter anderem zum Nachweis der Finanzströme in dem Firmennetz. Mit einer Anklage sei frühestens im Sommer 2014 zu rechnen. Neben den Inhaftierten gibt es noch ein Mehrfaches an weiteren Beschuldigten.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Anlagebetrug

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