29.02.2012 | Makler

Schrottimmobilien-Prozess: Langjährige Haft in Sicht

Im Mammutprozess um Millionenbetrug mit Schrottimmobilien droht den meisten Angeklagten mehrjährige Haft. Von den neun Angeklagten wird vermutlich niemand mit Bewährung davonkommen, wie das Landgericht Darmstadt bekannt gab.

Eine Angeklagte muss mit mindestens neun Jahren rechnen. Der Vorsitzende Richter Rainer Buss sprach von "rücksichtloser Gier". Er habe "noch nie mit so einem Abgrund von Wirtschaftskriminalität" zu tun gehabt. Laut Anklage haben die mutmaßlichen Betrüger zwischen 2003 und 2008 wertlose Immobilien zu hoch angesetzt, Käufer geködert und Banken getäuscht. Kreditinstitute sollen 14,3 Millionen Euro ausgezahlt haben. Das seit eineinhalb Jahren laufende Verfahren könnte im Mai zu Ende gehen.

Beweisaufnahme will die Kammer am 15. März schließen

Buss bat den Staatsanwalt, von den 106 angeklagten Fällen knapp die Hälfte einzustellen, weil diese Vorwürfe unklar beziehungsweise vernachlässigbar seien. Bis zum Verhandlungstermin am 8. März soll Stellung genommen werden.

Das Verfahren begann im August 2010 mit 14 Angeklagten in Frankfurt, weil es für einen solchen Prozess in Darmstadt keinen Raum gab. Das Verfahren wurde getrennt und in Darmstadt weitergeführt. Vier Angeklagte haben im April 2011 Bewährungsstrafen erhalten.

Die Beweisaufnahme will die Kammer am 15. März schließen. Buss rechnet aber damit, das aus der Verteidigung noch Beweisanträge gestellt werden.

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