15.05.2012 | Berichte

Schlecker-Tochter IhrPlatz geht an Münchner Dubag

Firmensitz von Dubag: Die Münchner Maximilianstraße
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die insolvente Schlecker-Tochter IhrPlatz wird Medienberichten zufolge an die Beteiligungsgesellschaft Dubag in München verkauft.

Der Insolvenzverwalter Werner Schneider habe in einem Schreiben vom Dienstag die Lieferanten darüber informiert, dass er nach "langwierigen Verhandlungen" mit Dubag einig sei, berichten die "Wirtschaftswoche" und die "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstag). Ein Sprecher des Insolvenzverwalters kommentierte dies zunächst nicht.

Dubag will nach den Informationen die Osnabrücker Drogeriekette zu 100 Prozent und mit allen 480 Filialen übernehmen. Auch ein Abbau der Belegschaft - etwa 4.700 Mitarbeiter - sei demnach nicht geplant. Dubag ist nach eigenen Angaben auf den Erwerb und die Neupositionierung von Unternehmen in Sondersituationen spezialisiert.

Ursprünglich Paketverkauf angedacht

Bisher hat Dubag Firmen wie den Wiesbadener Generikahersteller Sigam und den Speichermedienhersteller Berlin Optical Disc übernommen. Ursprünglich war ein Paketverkauf der insolventen Schlecker-Gruppe angedacht. Doch bereits Mitte April hatte die Insolvenzverwaltung einen Einzelverkauf nicht mehr ausgeschlossen.

Derweil verhärten sich die Fronten im Streit um einen Sanierungsbeitrag der Schlecker-Belegschaft. Am Mittwoch konnten sich Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und die Gewerkschaft Verdi in einer weiteren Gesprächsrunde in Frankfurt erneut nicht einigen. Nach Angaben von Verdi bot die Verhandlungskommission aus Gewerkschaftern und Betriebsräten einen Lohnverzicht von insgesamt 98 Millionen Euro an - das machten etwa 10,5 Prozent der Personalkosten bei der insolventen Drogeriekette aus.

Bislang forderte Geiwitz eine Einsparung der Personalkosten von insgesamt 15 Prozent. Das wären nach Verdi-Angaben 141 Millionen Euro. Aus Sicht der Gewerkschaft rückte Geiwitz in den Gesprächen aber ein Stück von der Höhe dieser Forderung ab. Das dementierte aber die Insolvenzverwaltung.

Für die Rettung der insolventen Drogeriekette ist Geiwitz weiter auf Investorensuche. Nach Angaben seines Büros ist Geiwitz mit drei von fünf Bewerbern in "vertieften Verhandlungen".

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