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Aus für Dayli vor Deutschland-Start: Schlecker-Nachfolger ist pleite

Dem Schlecker-Nachfolger ist das Geld ausgegangen
Bild: MEV-Verlag, Germany

Der österreichischen Schlecker-Nachfolger Dayli steht vor dem Aus: Der Linzer Gläubigerschutzverband KSV 1870 hatte angekündigt, heute Konkursantrag gegen Daily einzureichen, sollte Firmenchef Rudolf Haberleitner nicht tätig werden. Der hat nun einen Sanierungsantrag gestellt.

Die österreichische TAP Dayli Vertriebs GmbH mit Sitz in Pucking stellte einen Antrag auf Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung, wie das Landesgericht Linz bestätigte. Haberleitner hat sich selbst kurz vor dem Antrag bei Gericht von der Firma getrennt. Seine Beteiligungsgesellschaft TAP 09 hat er an Martin Ziegers ICU Unternehmensberatung GmbH abgetreten. "Um eine Sanierung und die Finanzierung der Zukunft des Unternehmens zu ermöglichen", hieß es als Begründung in der Mitteilung.

Dayli wollte hunderte Läden der zusammengebrochenen deutschen Drogeriekette übernehmen. Was die Pleite für die ehemaligen Schlecker-Filialen in Deutschland bedeutet, die Dayli wiederbeleben wollte, ist ungewiss. Nach Angaben der Kommunikationsagentur von Dayli ist das Unternehmen auf Basis von Zerschlagungswerten mit 49,2 Millionen Euro überschuldet. 3.468 Arbeitnehmer sind betroffen. Wie viele Angestellte ihre Arbeitsplätze verlieren, ist noch unklar.

Die Fortführung der Firma sei geplant. Der Glücksspielkonzern Novomatic war als Miteigentümer nach Streitigkeiten im Mai wieder ausgestiegen. Seitdem suchte Dayli dringend einen Investor.

Dayli bietet seinen Gläubigern nun an, dass sie 25 Prozent ihres ausstehenden Geldes zurückbekommen. Auch Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz wartet nach der Pleite noch auf Geld, wie ein Sprecher von ihm bestätigte. Branchenkreisen zufolge hat er noch Forderungen von 4,6 Millionen Euro an Haberleitner. Der Wiener Investor soll Schlecker-Österreich 2012 für sieben Millionen Euro gekauft haben. Der Geiwitz-Sprecher äußerte sich zur Höhe des Kaufpreises zwar nicht, bestätigte aber, dass bereits erste Raten gezahlt worden seien. Die Ratenzahlung für Ende Juni sei aber noch nicht eingegangen. Sorgen um sein Geld muss sich Geiwitz nicht machen: "Unsere Forderungen sind gesichert", sagte sein Sprecher.

Schlagworte zum Thema:  Insolvenz

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