Rhein-Neckar: Neue Nutzung für alte Flächen

Die Region Rhein-Neckar nutzt freigewordene innerstädtische Brachflächen oder Gewerbeimmobilien, um Objekte wie die ehemaligen IBAG-Montagehalle zu revitalisieren oder neue Stadtquartiere auf ehemaligem Kasernengelände zu entwickeln. 

Unbebaute Grundstücke mit guter Infrastruktur sind insbesondere in Ballungsgebieten knapp. Die Schließung von Produktionsstandorten, der Abzug des Militärs und die Aufgabe von Infrastrukturflächen haben der Metropolregion Rhein-Neckar zahlreiche Großflächen beschert. Bestandsimmobilien und innerstädtische Brachflächen gewinnen vor diesem Hintergrund für Investoren an neuem Glanz.

Neustadt: Wohnen im Industriedenkmal

Wer durch heute durch die ehemalige Montagehalle der IBAG-Werke in Neustadt an der Weinstraße läuft, ist beeindruckt von den Ausmaßen des dreischiffigen Gebäudes. Der Zahn der Zeit wird in der denkmalgeschützten, in den Jahren 1910/11 errichteten Halle überall sichtbar und es benötigt viel Fantasie diese mit den lichtdurchfluteten Loft-Wohnungen auf dem Prospekt der Wetzlarer Firma Regioplan, die die Halle zu neuem Leben erwecken will, in Übereinstimmung zu bringen. Die Revitalisierung sei aufgrund des an vielen Stellen maroden Eisenbetons aufwändig und die technische Umsetzung sehr komplex, erklärt Regioplan-Geschäftsführer Hubertus Winter, für den sich die Umsetzung dennoch lohnt:

"Wir erhalten damit ein herausragendes Baudenkmal und können durch die Kombination von historischem Charme und modernem Standard Unikate bieten, die es im Neubau so nicht gibt“

Regioplan-Geschäftsführer Hubertus Winter

Die nach einem Entwurf des Ingenieurs Karl Fischer als Rippenkonstruktion in Eisenbeton errichtete Halle ist 96 Meter lang und 14,5 Meter breit. Sie wurde bereits zu ihrer Bauzeit als „ein ganz hervorragendes Beispiel neuzeitlicher Ingenieurbaukunst“ viel beachtet.

Loftwohnungen in Haus-im Haus-Konzept

Da eine Innendämmung der denkmalgeschützten Gebäudehülle aus bautechnischen Gründen nicht möglich war, entwickelte Winter die Idee eines Haus-im-Haus-Konzeptes.

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Die entstehenden Loft-Wohnungen verfügen über große Fensterflächen, lichtdurchflutete Räume, einen Balkon im Hallenmittelschiff sowie eine Dachterrasse mit Panoramablick.

Loftwohnungen im Industriedenkmal, Neustadt

Roßlauf-Gelände: Komplett neues Quartier entsteht um die Halle

Die Halle ist Teil einer rund sechs Hektar großen Industriebrache. Das Roßlauf-Gelände diente jahrzehntelang als Industriestandort, das nach der Insolvenz der beiden Großunternehmen IMBEG (1984) und IBAG (1997) brach fiel. Die Bestandsgebäude wurden inzwischen abgerissen, das Grundstück saniert. In Sichtweite der Halle entstanden ein Lebensmittel- und ein Drogeriemarkt, im nördlichen Teil sollen später auf gut 25.000 Quadratmeter Reihen- und Doppelhäuser entstehen. Das Areal befindet sich im östlichen Kerngebiet von Neustadt. Die 53.000 Einwohner große Stadt bietet neben einer guten sozialen Infrastruktur auch eine gute Verkehrsanbindung. Ludwigshafen und Mannheim sind in 20 bis 30 Minuten, der Frankfurter Flughafen innerhalb einer Stunde zu erreichen.

 

Landau: Wohnen am Ebenberg

Auf dem ehe­maligen Kasernengelände „Estienne et Foch“ in Landau entsteht bis 2020 das neue Quartier „Wohnpark Am Ebenberg“. Das Areal wurde von der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungs­gesellschaft als Entwicklungsträger und Treuhänder der Stadt Landau erworben und wird in Abstimmung mit der Stadt vermarktet. Auf 23 Hektar werden in mehreren Bauabschnitten rund 900 neue Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, eine Kindertagesstätte sowie Flächen für Bü­ros und Dienstleistungen entstehen. Das Quartier ist verkehrsberuhigt und soll nach den Prinzipien der Gartenstadt ent­wickelt werden.

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Heidelberg: Modellquartier in der Bahnstadt

Die Entwicklungsgesellschaft Innovatio errichtet in der Heidelberger Bahnstadt nach den Plänen des Freiburger Architekturbüros „Frey Architekten“ das Modellquartier „Heidelberg Village – Living Community“. Geplant sind 170 Eigentums- und Mietwohnungen sowie 15.000 Quadratmeter Gewerbefläche. Das Quartier zeichnet sich durch begrünte Fassaden, Begegnungsräume für eine aktive Nachbarschaft, ein breitgefächertes Angebot moderner Service-, Pflege- und Betreuungsleistungen und eine nachhaltige Architektur aus. Das Heidelberg Village folge konsequent dem Gedanken einer nachhaltigen Stadtplanung und Architektur, sowohl in sozialer Hinsicht als auch unter Umweltgesichtspunkten, sagt Architekt Wolfgang Frey.  

"Die Konzeption zielt bewusst darauf ab, eine heterogene Nachbarschaft anzuziehen und hierdurch ein vitales heimatbezogenes Quartierleben mit vielen sozialen Kontakten zu schaffen“

Wolfgang Frey, Architekt

Die Fertigstellung des ersten Gebäudes soll 2017, die des zweiten Gebäudes 2018 erfolgen.

Heidelberger Bahnstadt wächst: Weitere Projekte von Nahversorgung bis Filmplast

Wachstum vermeldet die Bahnstadt auch mit anderen Projekten. So errichtet die Max-Jarecki-Stiftung bis Ende 2017 auf dem Wissenschaftscampus das Labor- und Bürogebäude „SkyAngle“ mit 16.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für forschungsnahe und wissensbasierte Unternehmen.

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Die Firma Unmüssig plant auf rund 12.000 Quadratmetern Einzelhandels- und Dienstleistungsflächen. In einem Gebäudeteil soll es Büros und im ersten Obergeschoss eine Kita geben. In den vier oberen Stockwerken sind 300 Mietwohnungen geplant. Eine Tiefgarage soll rund 550 Plätze bieten. Die Eröffnung ist für 2018 vorgesehen.

Wellness und Fitnessresort auf über 10.000 qm

Westlich der Czernybrücke laufen die Bauarbeiten zum „Luxor Filmpalast“, dessen Eröffnung für das Frühjahr 2017 geplant ist. In direkter Nachbarschaft plant die Unternehmensgruppe Pfitzenmeier zur Czernybrücke hin ein „Wellness und Fitness Resort“. Auf über 10.000 Quadratmetern Nutzfläche sind Fitnessflächen und eine Wellness-Oase geplant. Im gesamten Erdgeschoss sollen Gastronomieflächen entstehen. Zusätzlich wird die Anlage über 400 Parkplätze in der Tiefgarage verfügen. Der Baubeginn ist für 2017 geplant, die Fertigstellung und Eröffnung für 2018. 


Der Text ist in der Spezialbeilage "Region-Report Rhein-Neckar" zum Fachmagazin "Immobilienwirtschaft", Ausgabe 06/2016, erschienen.


Video über die Region


Rhein-Neckar-Report_Überblick
Die Region Rhein-Neckar


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Schlagworte zum Thema:  Konversion, Quartiersmanagement