24.05.2016 | Region

Rhein-Neckar: Neue Nutzung für alte Flächen

Die ehemalige Montagehalle der IBAG Werke, Neustadt
Bild: Bobka, Regioplan

Die Region Rhein-Neckar nutzt freigewordene innerstädtische Brachflächen oder Gewerbeimmobilien, um Objekte wie die ehemaligen IBAG-Montagehalle zu revitalisieren oder neue Stadtquartiere auf ehemaligem Kasernengelände zu entwickeln. 

Unbebaute Grundstücke mit guter Infrastruktur sind insbesondere in Ballungsgebieten knapp. Die Schließung von Produktionsstandorten, der Abzug des Militärs und die Aufgabe von Infrastrukturflächen haben der Metropolregion Rhein-Neckar zahlreiche Großflächen beschert. Bestandsimmobilien und innerstädtische Brachflächen gewinnen vor diesem Hintergrund für Investoren an neuem Glanz.

Neustadt: Wohnen im Industriedenkmal

Wer durch heute durch die ehemalige Montagehalle der IBAG-Werke in Neustadt an der Weinstraße läuft, ist beeindruckt von den Ausmaßen des dreischiffigen Gebäudes. Der Zahn der Zeit wird in der denkmalgeschützten, in den Jahren 1910/11 errichteten Halle überall sichtbar und es benötigt viel Fantasie diese mit den lichtdurchfluteten Loft-Wohnungen auf dem Prospekt der Wetzlarer Firma Regioplan, die die Halle zu neuem Leben erwecken will, in Übereinstimmung zu bringen. Die Revitalisierung sei aufgrund des an vielen Stellen maroden Eisenbetons aufwändig und die technische Umsetzung sehr komplex, erklärt Regioplan-Geschäftsführer Hubertus Winter, für den sich die Umsetzung dennoch lohnt:

"Wir erhalten damit ein herausragendes Baudenkmal und können durch die Kombination von historischem Charme und modernem Standard Unikate bieten, die es im Neubau so nicht gibt“

Regioplan-Geschäftsführer Hubertus Winter

Die nach einem Entwurf des Ingenieurs Karl Fischer als Rippenkonstruktion in Eisenbeton errichtete Halle ist 96 Meter lang und 14,5 Meter breit. Sie wurde bereits zu ihrer Bauzeit als „ein ganz hervorragendes Beispiel neuzeitlicher Ingenieurbaukunst“ viel beachtet.

Loftwohnungen in Haus-im Haus-Konzept

Da eine Innendämmung der denkmalgeschützten Gebäudehülle aus bautechnischen Gründen nicht möglich war, entwickelte Winter die Idee eines Haus-im-Haus-Konzeptes.

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Die entstehenden Loft-Wohnungen verfügen über große Fensterflächen, lichtdurchflutete Räume, einen Balkon im Hallenmittelschiff sowie eine Dachterrasse mit Panoramablick.

Bild: Bobka, Regioplan

Roßlauf-Gelände: Komplett neues Quartier entsteht um die Halle

Die Halle ist Teil einer rund sechs Hektar großen Industriebrache. Das Roßlauf-Gelände diente jahrzehntelang als Industriestandort, das nach der Insolvenz der beiden Großunternehmen IMBEG (1984) und IBAG (1997) brach fiel. Die Bestandsgebäude wurden inzwischen abgerissen, das Grundstück saniert. In Sichtweite der Halle entstanden ein Lebensmittel- und ein Drogeriemarkt, im nördlichen Teil sollen später auf gut 25.000 Quadratmeter Reihen- und Doppelhäuser entstehen. Das Areal befindet sich im östlichen Kerngebiet von Neustadt. Die 53.000 Einwohner große Stadt bietet neben einer guten sozialen Infrastruktur auch eine gute Verkehrsanbindung. Ludwigshafen und Mannheim sind in 20 bis 30 Minuten, der Frankfurter Flughafen innerhalb einer Stunde zu erreichen.

 

Schlagworte zum Thema:  Konversion, Quartiersentwicklung

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