24.01.2013 | Award

Preis "Soziale Stadt 2012" in Berlin verliehen

Preisverleihung Soziale Stadt
Bild: (C)2013 Torsten George/vhw

Beim Wettbewerb "Preis Soziale Stadt 2012" wurden in Berlin zehn herausragende Beispiele sozialen Engagements zur Verbesserung von Nachbarschaften mit einem Preis und zehn weitere Initiativen mit einer Anerkennung ausgezeichnet.

Die prämierten Projekte beschäftigen sich unter anderem mit der Förderung von Integration, dem Zusammenhalt durch Stärkung der lokalen Ökonomie, Bildung und Kultur, der direkten Hilfe für benachteiligte Menschen im Quartier sowie dem Miteinander verschiedener Eigentümer in einem Stadtteil. Der Wettbewerb wird seit dem Jahr 2000 alle zwei Jahre ausgelobt. In diesem Jahr wurde 171 Projekte eingereicht.

Der Wettbewerb ist eine Gemeinschaftsinitiative unterschiedlicher Einrichtungen. Träger sind der AWO Bundesverband, der Deutsche Städtetag, der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, der Deutsche Mieterbund, die Schader-Stiftung und der vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung. Er wird unterstützt durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).

Preisträger: Miteinander verschiedener Eigentümer im Quartier

In Wittenberg hat sich die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Wiwog mit der Wohnungsgenossenschaft zusammengetan, um eine Wohnsiedlung aus den 60er Jahren baulich umzugestalten und durch den gemeinsamen Betrieb eines Quartierszentrums den nachbarschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Es gilt das Prinzip, dass Senioren, junge Eltern und Kinder ihre Projekte nach dem Motto "Alt werden und neu starten" gemeinsam umsetzen.

Die Wohntheke in Berlin-Hellersdorf ist ein Zusammenschluss von acht Wohnungsunternehmen, die seit mehr als zwölf Jahren gemeinsame Initiativen starten, um die Attraktivität und das Image der mit 42.000 Wohnungen zweitgrößten Wohnstadt Deutschlands zu stärken. Die Themen sind: Gemeinsames Wohnstandortmarketing, wohnungsnahe Versorgung, Betreuung von Kindern und Jugendlichen, Organisation von Sportfesten und weitere Stadtteil-Events.

Preisträger: Hilfe im Quartier

Mit der Vermietung eines modernisierten Wohngebäudes an den katholischen caritativen Fachverband für Prävention und Rehabilitation leistet die Landes-Bau-Genossenschaft Württemberg eG in Sigmaringen einen Beitrag, Wohnungslosen eine neue Lebensperspektive zu bieten. Hilfsangebote und Qualifizierungsmaßnahmen nach dem Leitbild "Wieder selbständig wohnen – von der Obdachlosigkeit in ein geregeltes Leben" helfen den Betroffenen, sich im Alltag zu organisieren und wieder zurück ins eigene Leben zu finden.

Das Gemeinschaftsprojekt für Alleinerziehende "Jule" vernetzt in Berlin-Marzahn die Bereitstellung von Wohnungen mit Kinderbetreuung, Qualifizierung und Arbeit. Es richtet sich an junge alleinerziehende Mütter und Väter im Alter zwischen 18 und 27 Jahren, die aufgrund von Arbeitslosigkeit, fehlenden Schul- oder Ausbildungsabschlüssen und der besonderen Belastung aus Kindererziehung und beruflicher Qualifizierung von Sozialleistungen leben. Das Projekt wurde initiiert vom kommunalen Wohnungsunternehmen Degewo.

Preisträger: Zusammenhalt durch Stärkung der lokalen Ökonomie, Bildung und Kultur

Die OstWerkStadt zielt mit der Konzeption "Standort stärken – Unternehmen entwickeln – Beschäftigung schaffen" im strukturschwachen Leipziger Osten darauf, die lokale Ökonomie im Stadtgebiet zielgenau und bedarfsorientiert zu fördern. Mit einem integrierten Ansatz ist es gelungen, Unternehmen und Arbeitsuchende zu beraten und zueinander zu führen. Schritte zur Integration Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt wurden initiiert und begleitet.

Jugendliche der Schülerfirma "Veddelerleben" der Stadtteilschule in Hamburg-Wilhelmsburg betreiben eine Sporthalle in Eigenregie. Können 13- bis 14-Jährige ein Unternehmen leiten? – Wie kann das gelingen? Ein langfristig angelegtes Kooperationsprojekt von Schule, Wohnungsunternehmen und Stadtteilverein ermöglicht dieses besondere Ausbildungsprojekt.

Der Circus Projekt Waldoni e.V. hat ein ehemaliges Bundeswehr-Areal in Erbpacht erworben, um dort seine gewaltpräventiv und gesundheitsorientiert ausgerichtete offene Kinder- und Jugendarbeit zu erweitern. Und zwar in Kooperation mit den Schulen aus dem benachbarten Stadtteil Eberstadt, dem in Darmstadt wesentliche Integrationsaufgaben zufallen.

Preisträger: Förderung der Integration

In Köln unterstützt das durch die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege, die Kölner Kommunalpolitik und die Stadtverwaltung gemeinsam entwickelte Handlungskonzept "Lebenswerte Veedel – Bürger- und Sozialraumorientierung" die Nachbarschaften in elf Gebieten. Insbesondere wird die Teilhabe von benachteiligten Bevölkerungsgruppen gefördert. Themenfelder sind: Kinder, Jugend und Familie, Soziales, Gesundheit, Bildung, Wohnen, Sport, Kultur, Wirtschaft und Arbeit, Gemeinwesen und Politik.

Im Stralsunder Wohngebiet Grünhufe sind Kommune, Kirche und Diakonie eine Partnerschaft eingegangen, um eine diakonische Kirche als Nachbarschaftszentrum zukunftsfähig zu machen. Das Zentrum in der ehemaligen Auferstehungskirche realisiert als Referenzstandort der Bundesplattform "Kirche findet Stadt" den Leitgedanken, die Kirche als zivilgesellschaftlichen Akteur in Netzwerke der Stadtentwicklung einzubinden.

Selbsthilfe und Selbstorganisation, Beteiligung und Vernetzung werden durch die „Sozialistische Selbsthilfe Mülheim e.V." in Köln seit dem Jahr 1979 praktiziert. Die Akteure sind als Selbsthilfebetrieb zur Integration sozial benachteiligter und ausgegrenzter Menschen tätig. Der Lebensunterhalt der Gruppe wird durch Dienstleistungen am ersten Arbeitsmarkt in Form von Wohnungsauflösungen, Umzugshilfen, Transporten, Second-Hand-Handel und Raumvermietung ohne staatliche Zuschüsse und Transferleistungen erwirtschaftet.

Zehn weitere Initiativen wurden mit einer Anerkennung ausgezeichnet

  • Mit der Zukunftswerkstatt Mehringplatz stärkt die Wohnungsbaugesellschaft Gewobag im Bündnis mit anderen Partnern das bürgerschaftliche Engagement in Berlin-Kreuzberg.

  • Der KNIF – Knoten interkultureller Familienbildung organisiert Hilfen für junge Familien mit Migrationshintergrund im Bahnhofsviertel in Hof.

  • Die Wohnungsgenossenschaft München West hat mit Hilfe des Vereins „Generationengerechtes Wohnen" sieben Nachbarschaftstreffs eingerichtet.

  • Die Nürnberger "Stadtteilpatenschaft" ist ein innovatives Modell der Zusammenarbeit von Wirtschaftsunternehmen mit der Kommune zugunsten ausgewählter Stadtteile.

  • Mit einem Kindertreff hat die Lübbenauer kommunale Wohnungsbaugesellschaft in einem industriell errichteten Wohngebiet vielfältige Betreuungsangebote geschaffen.

  • Die „Helfenden Hände am Berg“ bieten haushaltsnahe Dienstleistungen für Migranten von Migranten in Marburg Richtsberg an.

  • Durch den originellen Umbau eines ehemaligen Transformatorenhauses ist in Bischofsheim ein Vereins- und Quartierszentrum entstanden.

  • 36 Kommunen haben sich freiwillig im Städtenetz Soziale Stadt NRW zusammengeschlossen, um die Interkommunale Zusammenarbeit systematisch zu gestalten.

  • Ehrenamtlich engagierte Anwohner und Mieter haben sich in der "Stadtteilinitiative gegen Wohnmissstände" in Münster, Wohnquartier Brüningheide zusammengeschlossen.

  • Mit der Qualifizierungsküche ist im Altländer Viertel in Stade ein neuer lokaler Wirtschaftsstandort als "kulinarisch-kommunikativer Verbinder" entstanden.

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