Mipim Awards: Die Finalisten

45 Projektentwicklungen in elf Kategorien wurden für die Mipim Awards 2020 nominiert – auch zwei deutsche Kandidaten sind dabei. Das "Kreislaufhaus" am Zollverein in Essen und das "Wave" in Berlin. Die Sieger des Wettbewerbs werden am 12. März auf der Messe in Cannes gekürt.

Same procedure as every year? Nicht ganz. Es gibt zum Beispiel eine neue Kategorie "Kultur- und Sportstätten", dafür wurde die Sparte "Shopping-Center" aus dem Programm genommen. Insgesamt gehen 45 Nominierte aus 17 Ländern im März auf der Immobilienmesse Mipim in Cannes ins Finale im Palais des Festivals .

Auffällig viele Beiträge liefern Frankreich mit acht Nominierungen, davon vier aus Paris, und Russland mit fünf Nominierungen für Projekte ausschließlich aus Moskau.

Zwei deutsche Nominierungen ...

Aus Deutschland sind zwei höchst unterschiedliche Objekte nominiert. Das Berliner Projekt "Wave“ (Kategorie Wohnimmobilien) liegt am Friedrichshainer Spreeufer in der Nähe der Oberbaumbrücke und fällt vor allem durch seine weißen, umlaufenden Balkone auf. Und in der Kategorie Büro- und Geschäftshäuser das "Kreislaufhaus" auf dem Unesco-Welterbe Zollverein in Essen, ein Neubau der RAG-Stiftung und der RAG AG, der als Verwaltungssitz fungiert. Dieses Projekt will mit Nachhaltigkeit punkten.

... das Wohngebäude "Wave" in Berlin ...

Wohngebäude Wave Finalist Mipim Awards 2020

Das "Wave" ist in direkter Wasserlage in Hufeisenform errichtet. Die im Spätsommer 2019 fertiggestellten beiden Siebengeschosser mit insgesamt 160 Wohnungen wurden von dem für extravagante Entwürfe bekannten Büro Graft geplant und bereits mit dem European Property Award 2017/18 ausgezeichnet. Entwickler ist Bauwerk Capital aus München, nach eigenen Angaben der Marktführer im Bereich gehobener Neubauwohnungen.

Internationale Konkurrenten des deutschen Beitrags in der Kategorie "Wohnen" sind die Luxuswohnhäuser "Oriental Villa" in Hangzhou (China), das "Residenza Ra Curta" in Montagnola (Schweiz) und die "Manhattan Loft Gardens" im Londoner Eastend (Großbritannien), ein Wohnturm mit Lofts, Hotel, Restaurants, Veranstaltungsräumen und Dachterrassen, ein Beitrag, der eigentlich auch in die Sparte "mixed-use" gepasst hätte.

In jener Kategorie dominieren Großbauten wie das "MahaNakhon", das zweithöchste Gebäude in Bangkok (Thailand), das vom deutschen Architekten Ole Scheeren entworfen wurde. Scheeren ist auch in der neuen Kategorie "Kultur- und Sportstätten" vertreten, nominiert wurde "sein" Kulturbau "Guardian Art Center" im chinesischen Peking.

... sowie das Büro- und Geschäftsgebäude "Kreislaufhaus" in Essen

Dachterrasse Kreislaufhaus Essen Finalist Mipim Awards 2020

Fast schon als Manifest für ein neues Verständnis vom Bauen ist die zweite Nominierung aus Deutschland: Das "Kreislaufhaus", die Hauptverwaltung der beiden Unternehmen RAG-Stiftung und RAG AG, auf dem Gelände des Unesco-Welterbes Zollverein in Essen. Der Bürobau soll ein Statement für das Bauen im 21. Jahrhundert sein am Standort einer der modernsten Kohlezechen ihrer Zeit in Europa.

An die Stelle fossiler Energien tritt der Werk- und Wertstoffkreislauf "cradle to cradle" (C2C) mit die Ausrichtung auf erneuerbare Energien. Das Kreislaufprinzip spiegelt sich auch in der Form des zweiflügeligen Gebäudes wider. Ein "unendlicher Spaziergang", so das Konzept der Aachener Architekten Kadawittfeld, der durch das Innere bis hinauf zur grünen Dachebene führt. Entwickelt wurde das C2C-Bürogebäude von Kölbl Kruse und RAG Montan Immobilien.

Beim Wettbewerb um den Mipim Award ist die Konkurrenz in der Kategorie "Büro" sehr stark: Nicht nur der gläserne Komplex am Pariser Bahnhof Saint Lazare der Carlyle Group und die Verwaltung der Elektrownia Powiśle mit Gründach in Warschau von White Star Real Estate gehen ins Rennen, sondern auch das neue Headquarter "Olympic House" des IOC in Lausanne. Dort sind die Prinzipien von Wiederverwertung und Kreislaufdenken noch gründlicher verfolgt worden als im RAG-Projekt und sollen eine tiefgreifende Neuausrichtung des IOC symbolisieren.


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