25.07.2013 | Jones Lang LaSalle

Deutscher Logistik-Investmentmarkt mit Rückenwind

Auf dem Logistikmarkt in Frankfurt herrscht Angebotsknappheit.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das bundesweite Transaktionsvolumen für Logistik- und Industrieimmobilien hat im ersten Halbjahr 2013 mit rund einer Milliarde Euro ein gutes Ergebnis erreicht: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist ein Plus von 14 Prozent zu notieren, der Fünfjahresschnitt wurde sogar um 39 Prozent übertroffen. Die Regionen entwickelten sich dabei sehr unterschiedlich: Frankfurt konnte zulegen, München rutschte ab.

Zuletzt gab es ein vergleichbar starkes Halbjahr vor fünf Jahren mit damals 1,16 Milliarden Euro. Mit dem erzielten Volumen folgt der Logistikbereich grundsätzlich der positiven Entwicklung aller gewerblichen Assetklassen. Der Zuwachs im Volumen fällt mit sechs Prozent bei den Einzeltransaktionen und 30 Prozent bei Portfoliotransaktionen unterschiedlich aus. Dabei war die bis dato in 2013 größte Transaktion der Verkauf eines Portfolios aus drei Logistikzentren aus dem Bestand eines deutschen Entwicklers an einen Asset/Fonds Manager für einen dreistelligen Millionenbetrag. "Der Bedarf nach großvolumigen Transaktionen insbesondere durch internationale Investoren wird in den kommenden Monaten ansteigen. In den letzten 24 Monaten ist sehr viel Eigenkapital eingesammelt worden, das zeitnah platziert werden soll. Dies wird Bestandshalter zu Portfolioverkäufen animieren", so Willi Weis, Leiter Industrial Investment Jones Lang LaSalle Deutschland.

Frankfurt mit deutlichem Wachstum

Mit deutlichem Wachstum präsentiert sich der Logistikmarkt in der Region Frankfurt im ersten Halbjahr 2013. Zusammen summierten sich die Monatsumsätze zu einem Halbjahresergebnis, das bei gleicher Anzahl von Deals mit rund 270.000 Quadratmetern klar über dem Ergebnis des Vergleichszeitraum des Vorjahres liegt (plus 37 Prozent) und den Fünf- und Zehn-Jahresschnitt sogar noch deutlicher übertrifft (48 und 84 Prozent). Nur das Rekordjahr 2011 bewegte sich auf einem höheren Niveau. Die Anzahl der Deals ab 10.000 Quadratmetern (H1 2013: 8) blieb gegenüber neun Deals im Vorjahreszeitraum fast unverändert. "Ein Problem in der Region Frankfurt bleibt die Angebotsknappheit hochwertiger Liegenschaften im Bestand. Das könnte unter Umständen sogar schon im vor uns liegende zweiten Halbjahr zu Umsatzeinbußen führen. Allerdings wurde in der jüngsten Vergangenheit intensiv ,Land Banking' betrieben", so Marc Snehotta, bei Jones Lang LaSalle Leiter Logistikimmobilien Rhein-Main.

Kaum spekulative Projektentwicklungen

Developer-Investoren hätten sich mittels Optionen und Kauf Grundstücke gesichert und könnten theoretisch eine hohe Anzahl von Projekten starten. "Der Knackpunkt ist das Warten auf Vorvermietungen. Denn die sind das A und O jeder Finanzierung. Spekulative Projektentwicklungen wird es in signifikantem Umfang nicht geben, aber vielleicht hat ein Developer den Mut, in die zweifellos vorhandene Bedarfslücke zu stoßen", so Snehotta.

Flaute im Logistikmarkt München

Wenig erfreuliche Zahlen schrieb zum Ende des 1. Halbjahres der Logistikmarkt in der Region München. Nach einem weiteren Rückgang des  Umsatzes im zweiten Quartal (minus 15 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten) summiert sich das Volumen bis zur Jahresmitte auf rund 111.000 Quadratmeter - nur im Jahr 2009  lag es niedriger.

München nur noch auf Platz fünf

Damit bewegt  sich der Ein-und Fünf-Jahresvergleich deutlich im Minusbereich (minus 25 Prozent bzw. minus 22 Prozent). Auch der Zehn-Jahresschnitt, im ersten Quartal noch positiv, hat sich gedreht (minus fünf Prozent). Die Region München ist damit von Platz zwei unter den  Big Five  auf Platz fünf zurückgefallen. Im Schnitt legte der Umsatz dieser Märkte auf dem Logistikmarkt um 8 Prozent zu. "Wir erleben in München im laufenden Jahr auch bei der Anzahl der Deals eine Flaute - deutlich überdurchschnittlich im Bereich 1.000 bis 2.500 Quadratmeter. Ein Rückgang von insgesamt 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr beziehungsweise minus 36 Prozent gegenüber dem Fünf-Jahresschnitt ist sicherlich nicht wenig", so Dominic Thoma, bei Jones Lang LaSalle Teamleiter Industrie Immobilien in München.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Logistik

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