10.06.2013 | Personalie

Karstadt-Vorstandschef Jennings geht

Jennings geht: Karstadt-Chef Berggruen braucht einen neuen Vorstandschef
Bild: Karstadtnews.com

Andrew Jennings, Vorstandsvorsitzender des Warenhauskonzerns Karstadt, will seinen Vertrag nicht verlängern. Das Unternehmen bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Bericht der "Bild am Sonntag", wies aber zurück, dass Unstimmigkeiten der Grund sind.

Jennings werde daran mitwirken, seinen Nachfolger zu finden, hieß es in einer Mitteilung. Er werde bei Karstadt involviert bleiben. Jennings ist erst seit 1.1.2011 Vorstandsvorsitzender. Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen hatte den internationalen Handelsexperten und Sanierer nach Essen geholt.

Das Unternehmen wies die Darstellung der "BamS" zurück, wonach der Grund für die Trennung Differenzen über die Strategie zur Rettung der Warenhauskette seien. "Berggruen und das Management befinden sich über die Fortsetzung der Karstadt-Strategie in Harmonie miteinander", hieß es in der Mitteilung. Der Eigentümer und Jennings stünden zur Strategie "Karstadt 2015".

Bams: Zwischenfirmen auf Steueroase Britisch Virgin Islands ausgelagert

Wie die "BamS" weiter berichtete, soll Karstadt über mehrere Zwischenfirmen einem Nicolas Berggruen Charitable Trust auf den British Virgin Islands gehören. Die Zeitung beruft sich auf ihr vorliegende Dokumente der US-Börsenaufsicht SEC. Der Trust halte "die Aktienbeteiligungen der Berggruen Holdings und soll gemeinnützige Aktivitäten unterstützen", zitiert die BamS aus dem SEC-Papier.

Die Geschäftsanschrift des Trusts sei ein Briefkasten auf der Insel Tortola. Laut "BamS" bleiben im Ausland erwirtschaftete Erträge auf der Insel steuerfrei. Eine Berggruen-Sprecherin sagte der "BamS" zum Verdacht der Steuervermeidung: "Alle Unternehmen zahlen dort Steuern, wo sie beheimatet sind. Nicolas Berggruen profitiert in keiner Weise vom Nicolas Berggruen Charitable Trust. Dieser wird das Vermögen noch zu Lebzeiten Nicolas Berggruens vollständig gemeinnützigen Zwecken spenden."

In die karibische Steueroase fließen nach Informationen der "BamS" auch Gelder, die Berggruen Jahr für Jahr bekommt, weil er die Namensrechte an Karstadt erworben hat. Dieser legt Wert darauf, dass nicht er persönlich das Geld erhält, sondern die Holding. Die residiert laut "BamS" auch auf den British Virgin Islands.

Focus: Karstadt-Umsatz sinkt im Mai um fünf Prozent

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" ist der Umsatz des Warenhauskonzerns im Mai um fünf Prozent gesunken. Das Magazin berief sich auf Unternehmenskreise. In den Vormonaten habe das Minus mit im Schnitt zehn Prozent doppelt so hoch gelegen.

Der "Focus" berichtete außerdem von einer neuen Warenhaus-Studie, nach der von den derzeit 191 Karstadt- und Kaufhof-Häusern nur 70 über "eine gute und langfristig tragfähige Marktposition" verfügten.

Für die Studie habe Gerd Hessert, Lehrbeauftragter für Handelsmanagement an der Universität Leipzig, die Daten sämtlicher Kaufhaus-Standorte im Bundesgebiet analysiert.

Karstadt besitzt demnach im Vergleich zu Kaufhof die besseren Standorte. "Von den 70 Zukunfts-Filialen stammen nur 29 von Kaufhof", sagte Hessert dem Magazin. Karstadt habe sein Portfolio durch den Verkauf der kleineren Häuser vor einigen Jahren deutlich stärker bereinigt als die Metro-Tochter.

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