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IVG muss 1,75 Milliarden Euro Schulden abbauen

IVG-Prestigeobjekt "The Squaire" am Frankfurter Flughafen: Ein Grund für die roten Zahlen
Bild: The Squaire, Martin Joppen

Der Immobilienkonzern IVG muss in den kommenden Wochen bis zu 1,75 Milliarden Euro Schulden abbauen (40 Prozent). Das teilte IVG am Wochenende in Bonn mit. Der Konzern muss sich bis spätestens 20. Juli mit sämtlichen Kreditgebern einigen.

Das tief in den roten Zahlen steckende Unternehmen, das sich vor allem mit dem Prestigeobjekt "The Squaire" am Frankfurter Flughafen verhoben hat, steht unter Zeitdruck. Um sich zumindest Luft zu verschaffen, verschob das Unternehmen erneut die Hauptversammlung. Sie soll jetzt am 30. August stattfinden. IVG hatte das Aktionärstreffen erst Anfang Mai auf den 14. August verlegt.

Damit die Aktionäre rechtzeitig informiert werden können, muss sich der Konzern bis spätestens 20. Juli mit sämtlichen Kreditgebern einigen. Banken und Käufer einer Wandelanleihe werden dabei wahrscheinlich erst einmal viel Geld verlieren. Damit IVG überleben kann, müssen sie ihre Kredite in Eigenkapital umwandeln. Dadurch wird die Zahl der Aktien steigen. Details dürften dann erst im Juli feststehen. Am Markt dürfte das für weiteren Druck auf die Papiere sorgen. Die früher einmal im MDax notierte Aktie verlor alleine in diesem Jahr 80 Prozent und war zuletzt nur noch 39 Cent wert. Vor der Finanzkrise hatte das Papier zeitweise knapp 35 Euro gekostet.

Angesichts der großen Probleme des Unternehmens sind die Analysten skeptisch. So hatte die US-Bank JP Morgan nach der Vorlage der Quartalszahlen das Kursziel für die Aktie auf einen Cent gesenkt. Zum Jahresauftakt rutschte das Unternehmen wegen massiver Abwertungen bei einigen Objekten sowie den Finanzproblemen tief in die roten Zahlen. Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein Minus von 45 Millionen Euro und damit fast zehnmal so viel wie vor einem Jahr. Der Konzernumbau dürfte das Ergebnis auch weiter belasten. Das Unternehmen rechnet wegen der Überprüfung seiner Strategie und Geschäftsbereiche mit weiteren Abschreibungen in noch nicht bestimmter Höhe.

Die Aktien von IVG Immobilien haben am Montag heftig unter neuen Hiobsbotschaften gelitten. Am späten Vormittag brachen die Titel des Immobilienkonzerns um 20,51 Prozent auf 0,31 Euro ein. Damit waren sie abgeschlagenes Schlusslicht im 1,14 Prozent schwächeren SDax.

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