Ärger in Rostock: Erst wollten Kleingartenbesitzer den neuen Stadtteil verhindern, jetzt sind zu hohe Grundstückspreise im Weg Bild: Gerhard Giebener ⁄

Die Stadt Rostock hatte einen neuen Stadtteil geplant. Doch aus Groß Biestow wird nun nichts. Oberbürgermeister Roland Methling hat die Planungen gestoppt. "Wenn im Ergebnis ein Quadratmeterpreis von 350 bis 400 Euro zu erwarten ist, dann ist das nicht zumutbar für bauwillige Familien und entspricht nicht dem durchschnittlichen Einkommens- und Vermögensniveau in Rostock", sagte Methling.

Nach den bisherigen Planungen sollten im Stadtteil Biestow mehr als 6.000 Wohnungen in Einfamilienhäusern und drei- bis vierstöckigen Gebäuden entstehen. Das hätte ein Mehr an Platz bis 13.000 Menschen bedeutet.

"Die Hansestadt Rostock hatte die Hoffnung, schon 2017 attraktive Angebote für Interessenten machen zu können", so der Bürgermeister. Bedarf sei da. Er will sich nun zunächst auf stadteigene Flächen konzentrieren, um zu vertretbaren Baulandpreisen zu gelangen.

Die Wachstumspläne waren bei Kleingartenbesitzern auf Widerstand gestoßen, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtete. Die Stadt hatte die Siedlungspläne mit dem ständig wachsenden Bedarf an Wohnraum begründet: Die Einwohnerzahl werde statistischen Analysen zufolge in den kommenden 20 Jahren von 208.000 Menschen auf 230.000 wachsen, hieß es.

Im Nachbarland Berlin-Brandenburg ist die Nachfrage im Speckgürtel der Hauptstadt besonders hoch. Hier finden Zuzügler kaum noch eine Wohnungen, während in anderen Landesgegenden bis zu 28 Prozent Leerstand registriert wird.

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