28.02.2013 | Unternehmen

Hochtief verkauft komplette Servicesparte in Europa

Hochtief-Projekt "Smarthouse" in München: Was mit der Entwicklungssparte passiert, ist noch unklar
Bild: Hochtief Projektentwicklung

Hochtief will sich von einem Großteil des Europageschäfts trennen: Sicher ist bereits, dass die europäische Servicesparte komplett verkauft wird. Das teilte der Essener Baukonzern am heutigen Donnerstag zur Bilanzvorlage in Düsseldorf mit.

Derzeit zählt Hochtief in dem Bereich 5.679 Mitarbeiter, davon einen Großteil in Deutschland. Von weltweit rund 80.000 Hochtief-Mitarbeitern sind derzeit noch etwa 10.000 im Inland beschäftigt.

Zudem prüft Hochtief, wie es mit der Projektentwicklung im Europa-Geschäft weitergehen soll. Denkbar sei eine strategische Partnerschaft, hieß es. Die bereits seit Jahren geplanten Verkäufe des Flughafengeschäfts und der Immobilientochter Aurelis will der neue Hochtief-Chef wieder verstärkt in Angriff nehmen. Die Veräußerung der Flughafenaktivitäten gestalte sich jedoch weiterhin schwierig.

Mit dem Geld aus den Verkäufen will Hochtief-Chef Marcellino Fernández Verdes die Schulden tilgen und unter anderem das Infrastruktur-Geschäft ausbauen. Ende vergangenen Jahres lag der Schuldenstand des Konzerns bei rund 944 Millionen Euro. Zudem sollen die Kosten gesenkt werden.

Servicesparte: "Passt nicht mehr zum strategischen Fokus des Konzerns"

Die Servicesparte in Europa zeichne sich zwar durch stabile Renditen aus, passe jedoch nicht mehr zum strategischen Fokus des Konzerns, teilte die im Mdax notierte Gesellschaft mit. Das Servicegeschäft macht Branchenkennern zufolge etwa die Hälfte des Umsatzes in Europa aus.

Fernández Verdes will den Essener Baukonzern wieder auf Profitabilität trimmen. "Wir werden die richtigen Geschäfte ausbauen, effizienter arbeiten und durch ein professionelles Risikomanagement Schluss machen mit bösen Überraschungen", heißt es in einem verbreiteten Redemanuskript des Hochtief-Chefs.

Vor allem dank gut laufender Geschäfte in Australien hatte der Essener Baukonzern das zurückliegende Geschäftsjahr 2012 wieder mit deutlichem Gewinn abgeschlossen. Nach einem Verlust von 160,3 Millionen Euro im Jahr 2011 erwirtschaftete Hochtief 2012 einen Überschuss von 158,1 Millionen Euro. Für das zurückliegende Geschäftsjahr 2012 will das Unternehmen nun wieder eine Dividende in Höhe von einem Euro ausschütten.

Der Umsatz kletterte von 23,28 Milliarden auf 25,53 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand stieg auf 49,79 Milliarden Euro, nach 48,67 Milliarden Euro. Sowohl bei Umsatz als auch Auftragsbestand erreichte Hochtief neue Bestmarken. Für das laufende Jahr 2013 kündigte Fernández Verdes einen Anstieg des Konzerngewinns um zehn bis 20 Prozent an.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Baukonzern

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