Die Stadt Gelnhausen (Main-Kinzig-Kreis) hat sich für die Ansiedlung von Hessens erstem innerstädtischen Outlet-Center entschieden. Die Stadtverordneten votierten in ihrer Sitzung am Mittwoch mit 20 zu 17 Stimmen für das Großprojekt, das zuletzt ins Stocken geraten war. Nachdem mit dem ursprünglichen Projektentwickler keine Einigung erzielt werden konnte, sind nun zwei neue Investoren im Gespräch.

Nach der generellen Zustimmung soll als nächstes entschieden werden, welcher der beiden Investoren - GRK aus Leipzig oder ITP aus München - den Zuschlag bekommt. Darüber sollen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am 26. September abstimmen. Die Anbieter hatten Mitte August ihre Konzepte bei einem Kolloquium vorgestellt.

Im Februar war Projekt ins Stocken geraten

Im Februar war das Projekt "Barbarossa City Outlet" ins Stocken geraten. Die Projektentwickler um Investor Jan Leuze hatten offenbar die Frist verpasst, einen Vermietungsstand von mindestens 50 Prozent nachzuweisen. Deshalb setzte die Stadt vertragsgemäß in Verzug und stellte der Barbarossa City Outlet GmbH & Co. KG beziehungsweise deren Vertreter eine vierwöchige Frist, die notwendigen Dokumente nachzureichen. Doch eine Einigung scheiterte.

Eröffnung Ende 2020 oder Anfang 2021 geplant

Bürgermeister Daniel Christian Glöckner (FDP) verspricht sich von dem Outlet-Center eine Belebung des Einzelhandels und eine große Chance zur Innenstadt-Entwicklung. Es gehe um die "zukunftsfähige Weiterentwicklung" der Stadt, sagte er laut einer Mitteilung am Donnerstag. Das Center könne Kunden anlocken und als "Frequenzbringer" dienen. Der Rathauschef erhofft sich "eine Renaissance der Innenstadt". Er geht davon aus, dass das Center Ende des Jahres 2020 oder Anfang 2021 öffnen könnte.

13 bis 15 Millionen Euro Investitionssumme

Entstehen soll das seit 2015 geplante Center in einem ehemaligen Kaufhaus. Die von der Stadt gekaufte Immobilie steht seit Jahren leer. Zur Verfügung steht eine Verkaufsfläche von rund 10.000 Quadratmetern, 60 Markenshops sollen untergebracht werden. In Obergeschossen könnten auch Büros, Raum für Verwaltung oder Wohnen entstehen, teilte die Stadt mit. Die reinen Umbaukosten liegen je nach Konzept zwischen 13 und 15 Millionen Euro, wie Glöckner sagte. Hinzu kämen weitere Investitionen für Parkraum, die Beteiligung an einer Brücke und ein Verkehrsleitkonzept.

Planungen im mittelhessischen Polheim noch nicht so weit

So weit sind die Planungen im mittelhessischen Pohlheim noch nicht vorangeschritten: Die Kleinstadt möchte in einem Gewerbegebiet ein Factory-Outlet-Center ansiedeln. Das Projekt ist aber umstritten: Bürger fürchten mehr Lärm und Verkehr, Nachbarstädte negative Folgen für den Einzelhandel. Ein Bürgerentscheid gegen das Center scheiterte aber am vergangenen Sonntag.

 

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