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Deutsche Wohnen legt Quartalszahlen vor und streicht CFO-Posten

Andreas Segal, Finanzchef (CFO) beim Immobilienkonzern Deutsche Wohnen, verlässt den Vorstand zum 11. November "im gegenseitigen Einvernehmen", teilte das Unternehmen zusammen mit den Quartalszahlen mit. Der operative Gewinn in den ersten neun Monaten 2015 stieg um 38 Prozent auf 228,7 Millionen Euro, was Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn erneut dazu bewegte, die geplante Übernahme durch Vonovia abzulehnen.

Segals Aufgaben werden der Mitteilung zufolge Zahn und Lars Wittan übernehmen. Segals Ausscheiden kommt überraschend, er war erst seit Anfang 2014 Vorstandsmitglied bei Deutsche Wohnen. Nach Einschätzung von Experten steht der Rücktritt im Zusammenhang mit der gescheiterten Übernahme des Konkurrenten LEG.

Im Januar war seine Amtszeit noch um drei Jahre verlängert worden - mit Wirkung bis zum 31.12.2018.

Starkes Verkaufsergebnis

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2015 hat der Konzern einen Konzerngewinn von 521,7 Millionen Euro erzielt (Vorjahr: 144,9 Millionen Euro). Der Funds from Operations (FFO I) hat sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 38 Prozent auf 228,7 Millionen Euro erhöht (Vorjahr: 166,3 Millionen Euro).

Zum Halbjahr lag der FFO I bei knapp 143 Millionen Euro.  Aufgrund eines starken Verkaufsergebnisses verbesserte sich auch der FFO II: um rund 41 Prozent auf 289,5 Millionen Euro (Vorjahr: 205,1 Millionen Euro).

Das Portfolio der Deutsche Wohnen umfasste zum 30. September mehr als 149.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten. Die Vertragsmieten wurden im Vergleich zum Vorjahr auf 473,1 Millionen Euro gesteigert. (Vorjahr: 469,3 Millionen Euro).

Das Verkaufsergebnis stiegt auf 60,8 Millionen Euro (Vorjahr: 38,8 Millionen Euro). Hierin enthalten ist der institutionelle Verkauf von rund 5.800 Einheiten, der bereits im zurückliegenden Geschäftsjahr beurkundet wurde.

Deutsche Wohnen wehrt sich weiter gegen Vonovia-Offerte

Bei der Bekanntgabe der Zahlen zu den ersten neun Monaten bekräftigte Zahn seine Ablehnung einer geplanten Übernahme durch Vonovia für 14 Milliarden Euro. Das Angebot entspreche nicht dem Wert von Deutsche Wohnen und die in Aussicht gestellten Sparziele seien nicht realistisch, schrieb Zahn in einem am Dienstag veröffentlichten Brief an die Aktionäre.

Er machte erneut auf die steuerlichen Nachteile der von Vonovia in Aussicht gestellten Offerte aus Aktien und Barmitteln aufmerksam. Die Deutsche Wohnen AG sei unter dem Dach von Vonovia (früher Deutsche Annington) weniger wert als als eigenständiges Unternehmen. Rückenwind bekommt Zahn von den guten Quartalszahlen und der Aussicht auf weiteres Wachstum aus eigener Kraft.

Ausblick

Die Effekte der abgeschlossenen GSW-Integration, auch auf operativer Ebene, spiegeln sich in den gesunkenen Verwaltungskosten der Gesellschaft wider, sodass sich die Cost Ratio im Verhältnis zur Vertragsmiete weiter auf 11,6 Prozent (Vorjahresperiode: 14,2 Prozent) reduzierte.

Aufgrund der positiven Marktentwicklung und im Rahmen weiterer Effekte aus der Mietspiegelanpassung in Berlin erwartet die Deutsche Wohnen für 2015 ein Mietwachstum von rund 3,5 Prozent im gesamten Vermietungsbestand sowie von rund vier Prozent in Berlin.

Schlagworte zum Thema:  Personalie, Immobiliengesellschaft

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