21.10.2013 | Unternehmen

Douglas will in Frankreich expandieren

Douglas-Filiale in Düsseldorf
Bild: Ulrich Kaifer

Die Parfümeriekette Douglas will den französischen Konkurrenten Nocibé kaufen. Durch die Übernahme würde die deutsche Handelsgruppe nach Zahl der Filialen zur Nummer Eins auf dem Parfümeriemarkt in Frankreich. Der Kaufpreis liege bei 540 Millionen Euro, schreibt das "Handelsblatt".

Gemessen am Umsatz hätte allerdings weiterhin der Rivale Sephora die Nase vorn. Douglas befindet sich nach Angaben von Miteigentümer Henning Kreke bereits in exklusiven Kaufverhandlungen mit dem Nocibé-Eigentümer Charterhouse Capital Partners. Er glaube fest an den Erfolg der Transaktion, sagte der Unternehmer. Zum Kaufpreis machte das Unternehmen selbst keine Angaben.

Deutschlands größte Parfümeriekette muss sich bislang in Frankreich, dem Herzland der Kosmetik, mit einem abgeschlagenen, vierten Platz unter den Anbietern zufriedengeben. Das Unternehmen verfügt gerade einmal über 170 Filialen. Durch die Übernahme des rund dreimal so großen Rivalen würde das Unternehmen einen gewaltigen Sprung nach vorn machen.

Zusammen kämen Douglas und Nocibé mit rund 625 Filialen auf einen Umsatz von rund 600 Millionen Euro. Das würde nicht nur die Marktpräsenz, sondern auch die Einkaufsmacht von Douglas deutlich steigern. Gemeinsam könnten die Unternehmen auch im E-Commerce erfolgreicher agieren, glaubt Kreke. Bislang läuft der Online-Handel mit Kosmetikprodukten in Frankreich noch eher schleppend.

Die geplante Übernahme ist für Kreke ein bedeutender Meilenstein bei der Umsetzung der Wachstumsstrategie, die die Douglas-Eigentümer - der Finanzinvestor Advent und die Gründerfamilie Kreke - dem Unternehmen nach dem Herauskaufen der anderen Aktionäre verordnet haben. Filialschließungen seien im Zuge der Übernahme nicht geplant, hieß es. Im Gegenteil: Douglas wolle das Parfümerienetz in Frankreich weiter verdichten. Offen ließ der Unternehmer, ob beide Markennamen weitergeführt werden.

Advent-Manager Ranjan Sen betonte, Douglas werde sich auch künftig nach Übernahmemöglichkeiten in Europa und darüber hinaus umschauen. Geld dafür sei vorhanden. Vor einem Kauf müssen nach französischem Recht allerdings noch die Gespräche mit den Betriebsräten abgeschlossen werden. Auch die kartellrechtliche Freigabe der Transaktion steht noch aus.

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