21.09.2015 | Unternehmen

Deutsche Wohnen und LEG Immobilien wollen fusionieren

Die Konzernzentrale der Deusche Wohnen AG in Berlin
Bild: Deutsche Wohnen

Der börsennotierte Immobilienkonzern Deutsche Wohnen AG will den Konkurrenten LEG übernehmen. Bis Ende 2015 soll die Fusion perfekt sein. Allerdings müssen die Kartellbehörden noch zustimmen. Die Unternehmen hätten dann einen Gesamtwert von 4,62 Milliarden Euro. Commerzbank-Analyst Thomas Rothäusler hält es für möglich, dass der Immobilienriese Vonovia noch ein Gegenangebot macht.

An der Börse sprangen die Aktien von LEG nach Handelsstart um rund acht Prozent in die Höhe. Die Papiere der Deutschen Wohnen gaben hingegen um knapp vier Prozent nach.

Analyst Thomas Rothäusler von der Commerzbank äußerte sich in einer ersten Einschätzung positiv zu dem Vorhaben. Mit der Stärke von LEG in Nordrhein-Westfalen erschließe sich die Deutsche Wohnen neue Wachstumschancen, schreibt er. Der Analyst hält es allerdings für möglich, dass Konkurrent Vonovia den beiden noch dazwischen funkt. "Wir sehen das Risiko eines Gegenangebots von Vonovia", schreibt Rothäusler.

Vonovia derzeit Nummer Eins

Das Wohnungsunternehmen Vonovia (früher Deutsche Annington) ist derzeit die Nummer eins unter den börsennotierten deutschen Immobiliengesellschaften. Vonovia kommt auf etwa 350.000 Wohnungen und steigt an diesem Montag (21. September) in den Dax auf.

Der MDax-Konzern Deutsche Wohnen ist die Nummer zwei der Branche, würde mit LEG aber den Abstand zum Marktführer deutlich verringern. Die Berliner verfügen derzeit über knapp 142.000 Wohnungen, die Düsseldorfer LEG kommt nach eigenen Angaben auf rund 110.000.

Deutsche Wohnen bietet 3,3 neue eigene Aktien für ein LEG-Papier

Federführend bei dem Zusammenschluss wird die Deutsche Wohnen sein. Sie bietet den Aktionären der LEG 3,3 neue eigene Aktien für jedes LEG-Papier, was einem Aufschlag von rund 13 Prozent auf den aktuellen Börsenwert entspricht. Bedingung ist, dass mehr als die Hälfte der Aktionäre das Angebot annehmen.

Für die neuen Aktien will die Deutsche Wohnen bei einer außerordentlichen Hauptversammlung im Oktober eine Kapitalerhöhung beschließen. Am Ende sollen die Aktionäre der Deutschen Wohnen AG 61 Prozent und die der LEG 39 Prozent an dem neuen Unternehmen halten.

Deutsche Wohnen hat die Mehrzahl seiner Wohnungen im Raum Berlin, LEG ist hingegen vor allem in Nordrhein-Westfalen aktiv. Nach der Fusion planen beide Partner "signifikante Investitionen" in das aktuelle Portfolio.

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Schlagworte zum Thema:  Fusion, Immobiliengesellschaft, Unternehmen, Wohnungsgesellschaft

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