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Deutsche-Wohnen-Übernahme: Vonovia senkt Schwelle und verlängert Frist

Deutsche-Wohnen-Chef Zahn: "Vonovia will Votum der Deutsche Wohnen-Aktionäre nicht akzeptieren"
Bild: Deutsche Wohnen

Die Übernahme der Deutsche Wohnen durch den Wohnungskonzern Vonovia verzögert sich: Die Annahmefrist für die Aktionäre des Konkurrenten wurde nach Vonovia-Angaben um zwei Wochen bis zum 9. Februar verlängert und die formale Mindestannahmeschwelle von 57 Prozent auf 50 Prozent plus eine Aktie gesenkt. Die Deutsche Wohnen sieht in den Maßnahmen eine Schwäche des Vonovia-Angebots.

Der Sicherheitspuffer für Vonovia sei damit abgesenkt worden, erklärte Finanzchef Stefan Kirsten. So solle sichergestellt werden, dass die Gesellschaft am Ende die erforderliche Kontrolle über die Deutsche Wohnen erhalte. Notwendig für den Vollzug der Übernahme sei auf vollverwässerter Basis weiter eine Mehrheit von mindestens 50 Prozent plus eine Aktie. Nur mit einer Mehrheit können das volle Synergiepotential realisiert werden.

Deutsche Wohnen: Aktionäre lehnen Übernahme mehrheitlich ab

Deutsche Wohnen bekräftigt die ablehnende Haltung zum feindlichen Übernahmeangebot der Vonovia auch vor dem Hintergrund der jüngsten Veränderung der Angebotsbedingungen. Dem Unternehmen zufolge hat das Vonovia-Management die Mindestannahmeschwelle des Angebots sogar auf 44 Prozent der bei Abschluss des Angebots ausstehenden Aktien gesenkt. Die von Vonovia getroffene Aussage sei unzutreffend, dass das nun vorliegende Angebot definitiv zu einem Mehrheitserwerb der Deutsche Wohnen führen werde, heißt es in einer Mitteilung der Deutsche Wohnen.

"Die Absenkung der Schwelle zeigt lediglich, dass die Vonovia erkannt hat, dass eine deutliche Mehrheit der Deutsche Wohnen-Aktionäre das feindliche Angebot ablehnt. Die Absenkung beweist auch, dass die Vonovia das Votum der Deutsche Wohnen-Aktionäre entgegen mehrfachen eigenen Zusicherungen nicht akzeptieren will", sagt Michael Zahn, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Wohnen.

Die Deutsche Wohnen habe in den vergangenen Wochen nach eigenen Angaben nochmals die überwiegende Mehrheit ihrer Aktionäre getroffen und ihre Absichten in Bezug auf das Angebot sorgfältig analysiert. Basierend auf dieser Analyse werde die feindliche Offerte von so wenigen Anteilseignern unterstützt, dass die Vonovia die Mindestannahmeschwelle bis zum Ablauf der bisherigen Angebotsfrist weit verfehlt hätte.

Schlagworte zum Thema:  Übernahme, Wohnungsunternehmen

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