30.11.2015 | Transaktion

Deutsche Wohnen kauft 13.600 Wohnungen von Patrizia

3.800 Wohnungen befinden sich in Kiel
Bild: Ullrich Holstermann

Die Deutsche Wohnen kauft ein rund 13.600 Wohnungen großes Portfolio vom Augsburger Konkurrenten Patrizia. Rund 5.600 der Einheiten befinden sich in Berlin und 3.800 in Kiel. Der Kaufpreis liegt bei rund 1,2 Milliarden Euro und macht die Deutsche Wohnen entsprechend teurer. 

Man müsse die Lage nun neu bewerten, sagte eine Sprecherin von Vonovia. Der Zukauf dürfte die geplante Übernahme der Deutsche Wohnen deutlich verteuern. 

Auf der außerordentlichen Hauptversammlung des Wohnungskonzerns Vonovia am Montag (30.11) stimmten nun 78,21 Prozent der Aktionäre für die erforderliche Sachkapitalerhöhung. Damit wurde das erforderliche Quorum von 75  Prozent für die geplante Übernahme der Deutsche Wohnen erreicht.


Deutsche Wohnen lehnt die auf rund 14 Milliarden Euro taxierte Übernahme ab

Die Deutsche Wohnen will den jüngsten Zukauf je zur Hälfte aus Bankkrediten und eigenen Mitteln stemmen.
Das Management wehrt sich bereits länger gegen die Mitte Oktober angekündigte Offerte von Vonovia. Das Angebot von bislang 14 Milliarden Euro entspreche nicht dem Wert von Deutsche Wohnen und die in Aussicht gestellten Sparziele seien nicht realistisch, schrieb Deutsche-Wohnen-Vorstandschef Michael Zahn in einem Brief an die Aktionäre.

Vonovia hatte sich erst im vergangenen Jahr den Konkurrenten Gagfah für rund vier Milliarden Euro einverleibt und auch danach noch weiter zugekauft. Deutsche Wohnen wiederum hatte 2013 den Wettbewerber GSW für 1,7 Milliarden Euro übernommen und im September den LEG-Kauf angekündigt - diese Pläne im Oktober aber wieder abgesagt.

Deutsche Wohnen hat im zweiten Halbjahr 15.200 Wohnungen gekauft

Die Deutsche Wohnen hat damit im zweiten Halbjahr bereits insgesamt 15.200 Wohneinheiten erworben. Die Berliner Objekte haben dem Unternehmen zufolge ein Wachstumspotenzial von aktuell bis zu 30 Prozent. Die zugekauften Wohneinheiten in Kiel bieten ein Mietpotenzial von bis zu 20 Prozent.

Die übrigen Objekte der angekauften Portfolios ergänzen den Wohnungsbestand vor allem in den Regionen Rhein-Main, Rheinland und Dresden. Darüber hinaus umfassen die Portfolios rund 3.300 Wohnungen, die Deutsche Wohnen für einen geplanten Verkauf identifiziert hat. Darunter befinden sich auch Bestände in München und Hamburg.

Schlagworte zum Thema:  Transaktion, Wohnimmobilien

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