19.11.2013 | Unternehmen

Deutsche Wohnen holt sich 250 Millionen Euro über Wandelanleihe für GSW-Kauf

Deutsche Wohnen besorgt sich frisches Geld für GSW-Übernahme
Bild: Deutsche Wohnen

Die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen begibt eine Wandelanleihe für die Finanzierung der Übernahme des Konkurrenten GSW: Der Wert der Schuldverschreibung wird voraussichtlich bei 250 Millionen Euro liegen, wie Deutsche Wohnen in Frankfurt mitteilte.

Die Laufzeit beträgt sieben Jahre, bis November 2020. Der halbjährlich fällige Zinssatz solle bei 0,25 bis 0,75 Prozent und die Wandlungsprämie 30 bis 35 Prozent über dem Kurs der Deutsche-Wohnen-Aktie liegen. Zinssatz, Gesamtnennbetrag sowie der anfängliche Wandlungspreis sollten im Verlauf des Tages im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens festgelegt werden. Begleitet wird das Verfahren von den Banken Credit Suisse, Deutsche Bank und UBS.

Die Deutsche Wohnen hatte im Sommer das Übernahmeangebot für den Konkurrenten vorgelegt, bis Anfang vergangener Woche hatte sie sich mehr als 80 Prozent an dem Unternehmen gesichert. Bis zum 18. November konnten sich die übrigen Anteilseigner überlegen, ob sie das Angebot zum Aktientausch annehmen. Das Ergebnis will Deutsche Wohnen am kommenden Freitag (22.11.) veröffentlichen.

Ankündigung der Wandelanleihe setzt Deutsche-Wohnen-Titel unter Druck

Die Ankündigung der Wandelanleihe hat am Dienstag die Titel von Deutsche Wohnen unter Druck gesetzt. Am Vormittag fielen die Papiere des Immobilienkonzerns als einer der schwächsten Werte im MDax um 1,63 Prozent auf 14,445 Euro. Der Index der mittelgroßen Werte gab um 0,39 Prozent auf 16.152,70 Punkte nach. Die Aktien der GSW verloren knapp zwei Prozent.

Die von Deutsche Wohnen gebotene Verzinsung und die in Aussicht gestellte Wandlungsprämie zeigten die Finanzstärke des Unternehmens, sagte ein Händler. Dass die Aktien dennoch im Minus notierten, begründeten Börsianer mit dem durch die Begebung der Wandelanleihen verbundenen Effekt der Kapitalverwässerung. Da die Wandelanleihen nicht nur in existierende, sondern auch in neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien der Deutsche Wohnen AG getauscht werden können, kann für den einzelnen Aktionär der Gewinn je Aktie sinken.

Analyst Michael Seufert von der NordLB meinte, das angepeilte Volumen sei nicht massiv. Nach der zuletzt guten Kursentwicklung der Deutsche-Wohnen-Aktien schienen sich die Anleger nun neu zu sortieren. Während die einen an den Papieren festhielten und damit auf eine Wertsteigerung spekulierten, wollten die anderen jetzt Gewinne mitnehmen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wandelanleihe

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