01.12.2014 | Unternehmen

Deutsche Annington plant Gagfah-Übernahme

Nach der Übernahme wird die Deutsche Annington 350.000 Wohnungen im Bestand haben
Bild: Deutsche Annington Immobilien SE

Die Deutsche Annington und Gagfah wollen fusionieren. Das teilen die Unternehmen mit. Gelingt der Zusammenschluss, entsteht Deutschlands derzeit größter Immobilienkonzern mit 350.000 Wohnungen und einem Wert von 21 Milliarden Euro. Das Übernahmeangebot soll noch vor Weihnachten vorgelegt werden und bis voraussichtlich zum 21.1.2015 laufen.

Die Deutsche Annington hat den Gagfah-Aktionären je Anteilsschein 18 Euro in bar und Aktien angeboten. Es müssen mindestens 50 Prozent der Anteile zusammenkommen. Das Gagfah-Management empfiehlt den Aktionären die Offerte.

Die beiden Unternehmen erhoffen sich durch die Übernahme Kosteneinsparungen in Höhe von 84 Millionen Euro im Jahr - wobei dafür auch erst einmal Belastungen in Höhe von etwa 310 Millionen Euro anfallen sollen. Im gemeinsamen Management werden auch Gagfah-Chef Thomas Zinnöcker und sein Finanzvorstand Gerald Klinck sitzen. Geführt wird das neue Unternehmen von Rolf Buch, dem Chef der Deutschen Annington..

Nach der Hochzeit wird auch ein neuer Name gesucht. Im vorbörslichen Handel kletterte die Gagfah-Aktien deutlich über zehn Prozent. Die Finanzierung erfolgt zu 51 Prozent aus neuen Deutsche Annington-Aktien, die aus einer Kapitalerhöhung kommen sollen. Erst im September war die Deutsche Anningon in den MDAX aufgestiegen. Die Übernahme muss noch von den Kartellbehörden abgenickt werden. Auf die Gagfah-Mieter soll die Transaktion keinen Einfluss haben, sagte Zinnöcker. Unterdessen hat sich die Ratingagentur S&P bereits wohlwollend zu der Transaktion geäußert und eine Hochstufung der Kreditbewertung der Deutschen Annington in Aussicht gestellt.

Mieterbund: Keine unmittelbare Auswirkungen für Mieter

"Unmittelbare Auswirkungen für die Mieter wird es durch einen derartigen Zusammenschluss der beiden Immobilienriesen nicht geben", so der Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes (DMB), Lukas Siebenkotten. "Die abgeschlossenen Mietverträge bleiben wirksam. Neue oder zusätzliche Mieterhöhungsmöglichkeiten gibt es nicht. Der Vermieter bleibt verpflichtet, Instandsetzungen durchzuführen und Mängel abzustellen."

Siebenkotten wies darauf hin, dass der neue Großvermieter Deutsche Annington/Gagfah künftig mit 350.000 Wohnungen mehr Wohnungen vermieten wird als Kirchen und andere Organisationen ohne Erwerbszweck zusammen.
Er hoffe, so Siebenkotten, dass die Deutsche Annington verstärkt in die Instandsetzung und Instandhaltung der Wohnungen investiert und dass die Ankündigung von Annington-Chef Rolf Buch "Wertsteigerungen durch Mieterorientierung" keine Leerformel bleibe. Die Schaffung altersgerechter Wohnungen und die energetische Sanierung der Bestände sei ebenso Herausforderung.

Gagfah-Aktionäre bejubeln Übernahmeangebot

Die geplante Schaffung von Deutschlands größtem Immobilienkonzern hat am Montag nur die Aktionäre eines der beteiligten Unternehmen in Feierlaune versetzt.

Die Papiere von Gagfah schossen nach der Übernahmeofferte von Konkurrent Deutsche Annington um 12,74 Prozent auf 17,48 Euro nach oben - das bedeutete den ersten Platz im MDax. Der Index legte um 0,12 Prozent zu.

Die Anteilseigner der Deutschen Annington reagierten hingegen verhalten: Der Kurs der Aktien fiel um 2,74 Prozent. Ein Händler wertete die Transaktion vor allem für die Gagfah-Aktionäre positiv. Für die Deutsche Annington erscheine der Zukauf auf den ersten Blick teuer. Zudem sei die regionale Überschneidung der Immobilienportfolios nicht unbedingt "herausragend".

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wohnungsunternehmen

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